Erlangen ist eine Stadt zum Gehen. Vom Hauptbahnhof bis zum Wasserturm auf dem Burgberg sind es keine zwei Kilometer, und auf dem Weg liegen Barockstadt, Schlossgarten, Altstadt und Bierkeller. Die vier Routen auf dieser Seite sind so angelegt, dass du ohne Führung und ohne Ticket losgehen kannst. Die Längen sind mit einem Fußgänger-Routenplaner auf Basis von OpenStreetMap gemessen und gerundet. Die Gehzeiten rechnen mit gemütlichen vier Kilometern pro Stunde, Stopps nicht eingerechnet.
Du brauchst für keine der Routen eine App. Es reicht, die Tabelle auf dem Handy offen zu haben oder einmal auszudrucken, denn die Stopps sind so gewählt, dass der nächste fast immer in Sichtweite oder an einer geraden Straße liegt. Das ist der Vorteil einer Planstadt: In der Neustadt verläuft man sich kaum. In der Altstadt und am Burgberg werden die Wege krummer, dort hilft ein Blick auf die Karte.
Ein Tag in Erlangen: die große Runde
Diese Runde ist für alle, die einmal das ganze Erlangen sehen wollen. Sie beginnt in der barocken Neustadt, führt durch den Schlossgarten in die ältere Altstadt und von dort hinauf zum Burgberg, wo die Bierkeller der Bergkirchweih, der Skulpturengarten und der Wasserturm liegen. Zurück geht es über den Martin-Luther-Platz zum Bahnhof. Für die reine Strecke brauchst du gut eine Stunde, mit Besichtigungen und Mittagessen wird ein Tag daraus.
| Nr. | Etappe | Weg ab vorigem Stopp | Was du dort machst |
|---|---|---|---|
| 1 | Hauptbahnhof | Start | Bahnhofplatz, Richtung Osten gehen |
| 2 | Hugenottenplatz mit Hugenottenkirche | rund 250 m | Erster Bau der Neustadt, Kugelbrunnen |
| 3 | Marktplatz und Palais Stutterheim | rund 150 m | Wochenmarkt, Paulibrunnen |
| 4 | Schlossplatz und Markgrafenschloss | rund 120 m | Markgrafendenkmal, Schlossfassade |
| 5 | Hugenottenbrunnen im Schlossgarten | rund 150 m | Barocker Brunnen von 1706 |
| 6 | Orangerie | rund 100 m | Halbrunder Barockbau am Garten |
| 7 | Botanischer Garten | rund 200 m | Freiland und Gewächshäuser |
| 8 | Theaterplatz | rund 300 m | Markgrafentheater von außen |
| 9 | Altstädter Kirchenplatz | rund 100 m | Altstädter Kirche, Brauereigeschichte |
| 10 | Steinbach Bräu, Vierzigmannstraße | rund 200 m | Mittagspause, Biermuseum |
| 11 | An den Kellern | rund 700 m | Bierkeller der Bergkirchweih |
| 12 | Heinrich-Kirchner-Skulpturengarten | rund 500 m | Bronzefiguren am Südhang |
| 13 | Wasserturm auf dem Burgberg | rund 250 m | Burgartiger Turm von 1904/05 |
| 14 | Martin-Luther-Platz mit Stadtmuseum | rund 1,1 km | Stadtgeschichte, Abstieg in die Altstadt |
| 15 | Hauptbahnhof | rund 800 m | Ziel, gesamt rund 4,8 km |
Wer früh startet, schafft den Botanischen Garten noch vor der Mittagspause. Das Freiland öffnet um 8 Uhr, die Gewächshäuser von Dienstag bis Sonntag um 9.30 Uhr. Am Nachmittag ist das Licht am Burgberg am schönsten, wenn die Sonne auf den Südhang mit dem Skulpturengarten fällt. Hintergründe zu den einzelnen Stationen findest du bei den Sehenswürdigkeiten.
Bei Regen: fünf Dächer auf zwei Kilometern
Regen ist in Erlangen kein Grund, im Hotel zu bleiben, denn die wichtigsten Innenräume liegen nah beieinander. Die Route verbindet zwei Kirchen, ein Kunsthaus mit Bibliothek, das Stadtmuseum und die Gewächshäuser des Botanischen Gartens. Zwischen zwei Stopps bist du nie länger als zehn Minuten draußen.
| Nr. | Etappe | Weg ab vorigem Stopp | Drinnen |
|---|---|---|---|
| 1 | Hauptbahnhof | Start | Bahnhofshalle |
| 2 | Neustädter Kirche | rund 400 m | Barocke Universitätskirche, kein Eintrittsgeld |
| 3 | Hugenottenkirche | rund 200 m | Kirchenraum, Öffnung vorab prüfen |
| 4 | Palais Stutterheim, Marktplatz 1 | rund 150 m | Kunstpalais und Stadtbibliothek |
| 5 | Stadtmuseum, Martin-Luther-Platz 9 | rund 550 m | Stadtgeschichte, donnerstags bis 20 Uhr |
| 6 | Gewächshäuser im Botanischen Garten | rund 450 m | Pflanzen unter Glas, Eintritt frei |
| 7 | Schlossplatz | rund 300 m | Cafés am Platz, gesamt rund 2 km |
Der beste Tag für diese Route ist Dienstag bis Freitag. Montags sind Stadtmuseum, Kunstpalais und Gewächshäuser zu, und das Stadtmuseum öffnet am Wochenende erst um 11 Uhr. Das Kunstpalais hat von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs bis 20 Uhr. Die Gewächshäuser sind von 9.30 bis 15.30 Uhr zugänglich, plane sie also nicht ans Ende eines späten Nachmittags. Aktuelle Zeiten vorab beim Betreiber prüfen.
Wer unter der Woche unterwegs ist, hängt einen Abstecher an: Das Siemens Healthineers MedMuseum in der Gebbertstraße liegt rund 1,2 km östlich des Hugenottenplatzes und hat montags bis freitags geöffnet, ohne Eintritt.
Mit Kindern: Brunnen, Teiche und Bronzeriesen
Kinder interessieren sich selten für Fassaden, aber sehr für Wasser, Tiere und Dinge, die man anfassen darf. Diese Runde setzt deshalb auf Brunnen, die Teiche im Botanischen Garten, einen Hügel zum Hinaufklettern und große Figuren aus Bronze. Mit gut 4,5 km ist sie für Grundschulkinder machbar, wenn du die Pausen großzügig planst. Im ersten Drittel kannst du jederzeit abkürzen und durch den Schlossgarten zurückgehen.
| Nr. | Etappe | Weg ab vorigem Stopp | Für Kinder |
|---|---|---|---|
| 1 | Hauptbahnhof | Start | |
| 2 | Kugelbrunnen am Hugenottenplatz | rund 250 m | Erster Halt, Wasser schauen |
| 3 | Hugenottenbrunnen | rund 270 m | Figuren suchen und zählen |
| 4 | Orangerie und Schlossgarten | rund 100 m | Wiese, Picknick, Platz zum Rennen |
| 5 | Botanischer Garten | rund 200 m | Teiche, Gewächshäuser |
| 6 | Steinbach Bräu | rund 550 m | Mittagessen |
| 7 | An den Kellern | rund 650 m | Kellertüren im Fels |
| 8 | Skulpturengarten | rund 500 m | Bronzeriesen am Hang |
| 9 | Wasserturm | rund 250 m | Der Turm, der wie eine Burg aussieht |
| 10 | Martin-Luther-Platz | rund 1,1 km | Bergab in die Altstadt |
| 11 | Hauptbahnhof | rund 800 m | Ziel, gesamt rund 4,6 km |
Der Anstieg zum Burgberg ist kurz, aber spürbar, und manche Wege am Hang sind nicht für Kinderwagen gemacht. Ein Laufrad ist dagegen kein Problem. Für die Mittagspause eignet sich die Steinbach Bräu, weil sie genau an der Stelle liegt, an der die Kraft für den Anstieg nachlässt. Wer kleine Kinder dabeihat, lässt die Schleife über den Burgberg weg und bleibt bei Schlossgarten und Botanischem Garten. Für einen längeren Ausflug mit Kindern lohnt sich ein eigener Tag im Wald, etwa im Walderlebniszentrum in Tennenlohe.
Hugenotten-Rundgang: die Planstadt von 1686
Ab 1686 kamen französische Glaubensflüchtlinge nach Erlangen, und Markgraf Christian Ernst ließ für sie eine neue Stadt anlegen. Das Raster aus geraden Straßen, die Plätze und die Kirchen dieser Zeit prägen die Innenstadt bis heute. Der Rundgang folgt grob den Stationen, die auch der Audioguide der Tourist-Information zur Hugenottenstadt nutzt, und bleibt komplett in der Neustadt.
| Nr. | Etappe | Weg ab vorigem Stopp | Worum es geht |
|---|---|---|---|
| 1 | Hugenottenkirche, Hugenottenplatz | Start, 250 m vom Bahnhof | Erster Bau der Neustadt, 1686 begonnen |
| 2 | Marktplatz | rund 150 m | Zentrum der Planstadt |
| 3 | Schlossplatz und Markgrafenschloss | rund 120 m | Residenz des Markgrafen, heute Universität |
| 4 | Hugenottenbrunnen | rund 150 m | Brunnen von 1706 im Schlossgarten |
| 5 | Orangerie | rund 100 m | Barocker Gartenbau |
| 6 | Richtersches Eck, Goethestraße und Heuwaagstraße | rund 500 m | Barocke Bürgerhäuser |
| 7 | Neustädter Kirche | rund 400 m | Lutherische Kirche der Neustadt |
| 8 | Hugenottenplatz | rund 200 m | Ziel, gesamt rund 1,8 km |
Am Startpunkt lohnt der Blick auf den Zustand der Kirche, denn die Hugenottenkirche wird saniert, und nicht immer ist der Innenraum zugänglich. Den Schlossgarten kannst du ausdehnen, so lange du magst, mehr zur Orangerie und zu den Denkmälern steht beim Schlossgarten Erlangen. Wer die Geschichte lieber erzählt bekommt, bucht eine Stadtführung: Der öffentliche Rundgang „Erlangen im Quadrat“ startet an derselben Kirche.
Was die Routen verbindet und wann du sie besser verschiebst
Alle vier Rundgänge kreuzen sich am Hugenottenplatz und am Schlossplatz. Du kannst also problemlos wechseln, etwa morgens den Hugenotten-Rundgang gehen und nachmittags den Burgberg-Teil der großen Runde anhängen.
Eine Ausnahme gibt es im Kalender: In den zwölf Tagen der Bergkirchweih um Pfingsten sind die Wege an den Kellern voll, der Skulpturengarten bleibt geschlossen, und am Abend ist der Burgberg ein einziges Fest. Wer dann kommt, plant die Stadtrouten für den Vormittag und den Berg bewusst als Festbesuch.
Eine Kleinigkeit noch zur Altstadt: Das Pflaster rund um den Martin-Luther-Platz ist uneben, und nach Regen rutschig. Die Steigung am Burgberg merkst du in den Beinen, das Pflaster in den Knöcheln.
Quellen
Stand: September 2026

