Wer mit Kindern einen Tag im Wald verbringen will, ohne weit zu fahren, ist im Walderlebniszentrum Tennenlohe richtig. Es liegt im Süden von Erlangen am Rand des Reichswalds, der Eintritt ist frei, und der Naturerlebnispfad ist sogar dann offen, wenn die Häuser geschlossen sind. Plane einen halben Tag ein, und wenn ihr die Wildpferde dazunehmt, einen ganzen.
Was das Walderlebniszentrum ist
Das Zentrum in Tennenlohe ist das älteste Walderlebniszentrum in Bayern. Es hat sich aus einem Waldmuseum entwickelt und ist heute die zentrale Einrichtung für Waldpädagogik in der Region Nürnberg, Fürth und Erlangen. Betrieben wird es von der Bayerischen Forstverwaltung über das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim.
Mehr als 30.000 Menschen kommen jedes Jahr, etwa die Hälfte davon im Rahmen von Führungen und Programmen. Das heißt umgekehrt: An einem normalen Wochentag kann es passieren, dass eine Schulklasse vor dir am Pfad ist. Am Wochenende sind dagegen vor allem Familien unterwegs.
Was es dort zu sehen und zu tun gibt
Naturerlebnispfad
Herzstück für Familien ist der Naturerlebnispfad mit zwölf Stationen. Kinder ertasten Bäume mit verbundenen Augen, horchen auf Geräusche im Wald und lernen verschiedene Waldböden kennen. Der Pfad ist rund um die Uhr zugänglich. Der Barfußpfad war zuletzt wegen Sturmschäden gesperrt, frag vor Ort nach, ob er wieder offen ist.
Themenhäuser
Vier Themenhäuser zeigen Ausstellungen rund um den Wald: zur Geschichte des Nürnberger Reichswalds, zur Waldforschung, zur Biologie des Waldes und zur Tierwelt. Das Haus der Tiere ist allerdings bis auf Weiteres geschlossen. Die übrigen Häuser sind während der Öffnungszeiten frei zugänglich und eignen sich gut als Station, wenn es regnet.
Spielplatz, Labyrinth und Klassenzimmer
Auf dem Spielplatz können Kinder klettern und toben. Dazu kommt ein Waldlabyrinth, das einen ungewöhnlichen Zugang zum Wald bietet, und ein Pfad mit historischen Forstwerkzeugen, an dem du siehst, wie früher im Wald gearbeitet wurde. Das Grüne Klassenzimmer kann für 20 Euro gemietet werden, etwa für Kindergeburtstage oder Gruppen.
Öffnungszeiten
| Zeitraum | Montag bis Donnerstag | Freitag | Samstag | Sonn- und Feiertage |
|---|---|---|---|---|
| März bis Oktober | 7.30 bis 16 Uhr | 7.30 bis 18 Uhr | 13 bis 18 Uhr | 11 bis 18 Uhr |
| November bis Februar | 7.30 bis 16 Uhr | 7.30 bis 14 Uhr | geschlossen | 11 bis 17 Uhr |
Der Naturerlebnispfad ist unabhängig davon jederzeit zugänglich. Aktuelle Zeiten vorab beim Betreiber prüfen, die Forstverwaltung veröffentlicht sie auf der Seite des Walderlebniszentrums.
Ein Hinweis zur Planung: Samstags öffnen die Häuser erst um 13 Uhr. Wer am Samstagvormittag kommt, hat nur den Pfad und den Spielplatz, was für kleinere Kinder aber oft völlig reicht.
Die Wildpferde im Tennenloher Forst
Im selben Waldgebiet liegt eine Besonderheit, die man in Franken nicht erwartet: eine Herde Przewalski-Pferde. Diese Wildpferde stammen ursprünglich aus der Mongolei, in freier Wildbahn galten sie in den 1970er Jahren als ausgestorben. Nur Zuchtprogramme in Zoos haben die Art gerettet.
Seit 2003 weiden sie im Naturschutzgebiet Tennenloher Forst, einem ehemaligen Militärgelände mit 934 Hektar Fläche im Nürnberger Reichswald. Der Grund ist praktisch: Die offenen Sandflächen mit ihren seltenen Pflanzen und Insekten würden ohne Beweidung zuwachsen, und maschinelle Pflege ist wegen alter Munitionsreste nicht möglich. Also übernehmen die Pferde den Job, seit 2012 unterstützt von Ziegen. Das Projekt startete auf rund 50 Hektar, heute haben die Pferde etwa 100 Hektar.
Träger ist der Landschaftspflegeverband Mittelfranken, die Tiere stellen der Tiergarten Nürnberg und der Tierpark Hellabrunn in München als Leihgabe zur Verfügung. Für die Pferde ist das zugleich eine Vorbereitung auf ein Leben in freier Wildbahn.
Am besten beobachtest du die Herde von einem ehemaligen Kugelfang aus, einem Erdwall aus der Zeit des Schießplatzes. Von oben überblickst du die Weide und den Tennenloher Forst bis zur Nürnberger Skyline. Ein Fernglas lohnt sich, denn die Pferde stehen nicht immer nah am Zaun.
So könnte euer Tag aussehen
Ein bewährter Ablauf für Familien an einem Sonntag: gegen 11 Uhr ankommen, wenn die Häuser öffnen, zuerst den Erlebnispfad gehen, solange die Kinder frisch sind. Danach Spielplatz und Labyrinth, eine Brotzeit aus dem Rucksack und am frühen Nachmittag die Themenhäuser, wenn die Energie nachlässt. Wer dann noch Lust hat, hängt die Wildpferde an. Mit kleineren Kindern reicht oft auch einer der beiden Teile, und der Rest wird ein zweiter Ausflug. Packt genug zu trinken ein, denn eine Gastronomie direkt am Zentrum solltest du nicht fest einplanen.
Anreise
Das Walderlebniszentrum liegt an der Weinstraße 100 in Erlangen-Tennenlohe, im Süden der Stadt Richtung Nürnberg. Mit dem Auto ist es über Tennenlohe gut erreichbar. Wer mit Bus und Bahn kommt, plant die Verbindung am besten über die Fahrplanauskunft auf vgn.de. Allgemeine Hinweise zu Bahn, Bus und Parken stehen unter Anreise und Parken.
Feste Schuhe sind Pflicht, die Wege sind sandig und nach Regen stellenweise matschig. Im Sommer schützt der Kiefernwald gut vor der Sonne, die offenen Sandflächen bei den Pferden dagegen nicht.
Weitere Familienziele in Erlangen
Das Walderlebniszentrum ist das größte Naturerlebnis für Kinder im Stadtgebiet, aber nicht das einzige. Im Sommer lockt der Dechsendorfer Weiher im Nordwesten zum Baden. In der Innenstadt bieten die Parks und Gärten in Erlangen Spielflächen und Wasserbecken mit Fröschen und Fischen. Und wer einen Familientag in der Stadt sucht, findet bei den Rundgängen durch Erlangen eine eigene Route mit Kindern.
Für Regentage und Ausflüge im Winter lohnt ein Blick auf Freizeit in Erlangen mit Bädern und Indoor-Angeboten. Eine Übersicht über alle Ziele der Stadt bieten die Sehenswürdigkeiten in Erlangen.
Quellen
Stand: September 2026

