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Der alte Norden

Erlangen Altstadt: Martin-Luther-Platz, Kirche und Kneipen

Die Erlanger Altstadt liegt im Norden der Innenstadt, zwischen Neustädter Kirche und Schwabach, zehn bis fünfzehn Gehminuten vom Hauptbahnhof. Ihr Mittelpunkt ist der Martin-Luther-Platz mit der Altstädter Dreifaltigkeitskirche und dem Stadtmuseum im alten Rathaus. Nach dem Stadtbrand von 1706 barock wieder aufgebaut, ist sie heute das Viertel der kleinen Läden, Kneipen und Restaurants.

Lage
nördliche Innenstadt, zwischen Neustadt und Schwabach
Mittelpunkt
Martin-Luther-Platz und Altstädter Kirchenplatz
Kirche
Altstädter Dreifaltigkeitskirche, 1709 bis 1721, Turm 55,5 m
Museum
Stadtmuseum, Martin-Luther-Platz 9, montags geschlossen
Ab Bahnhof
10 bis 15 Minuten zu Fuß über die Hauptstraße
Kupferstich-Illustration des Martin-Luther-Platzes in Erlangen mit dem hohen Turm der Altstädter Kirche, barocken Bürgerhäusern und dem alten Rathaus
Kupferstich-Illustration des Martin-Luther-Platzes in Erlangen mit dem hohen Turm der Altstädter Kirche, barocken Bürgerhäusern und dem alten RathausBlatt 13

So kommst du hin

HauptbahnhofStart1,0 km WegAltstadtZiel
Zu Fuß
ca. 15 Min.
Mit dem Rad
ca. 4 Min.
Mehr dazu
Bus, Bahn und Parken

Die Erlanger Altstadt beginnt dort, wo die Hauptstraße hinter der Neustädter Kirche schmaler wird. Die Häuser bleiben barock, die Fassaden einheitlich, aber die Läden werden kleiner, die Kneipen zahlreicher, und plötzlich stehst du vor einem Kirchturm, der deutlich höher ist als alles in der Umgebung. Das ist der Martin-Luther-Platz, und um ihn herum dreht sich der alte Norden der Stadt.

Wer Fachwerk und krumme Gassen erwartet, wird enttäuscht. Wer eine Altstadt sucht, in der man abends gut sitzen kann, eher nicht.

Eine Altstadt, die jünger aussieht als sie ist

Erlangen wird 1002 erstmals in einer Urkunde erwähnt, 1398 erhob König Wenzel den Ort zur Stadt. Von diesem mittelalterlichen Erlangen ist fast nichts geblieben. Am 14. August 1706 brannte ein Großbrand fast die gesamte Altstadt nieder, stehen blieben nur wenige Häuser und ein Rest der Stadtmauer.

Der Wiederaufbau folgte dem Vorbild der Neustadt, die Markgraf Christian Ernst ab 1686 für die Hugenotten hatte anlegen lassen: gerade Straßenfluchten, gleich hohe Häuser, ordentliche Plätze. Bezahlt wurde er zu einem großen Teil mit Spenden aus Preußen. Erlanger Bürger zogen mit Sammelpatenten des preußischen Königs durch die Hohenzollern-Lande in Norddeutschland und kamen mit erstaunlich viel Geld zurück.

Altstadt und Neustadt blieben trotzdem lange getrennt. Die Neustadt hieß bis ins 19. Jahrhundert Christian-Erlang, erst 1812 wurden beide Städte zu einer vereinigt. Wer heute die Hauptstraße hinaufgeht, merkt den Übergang kaum, außer an der Atmosphäre.

JahrEreignis
1002erste urkundliche Erwähnung Erlangens
1398Stadtrecht durch König Wenzel
1686Gründung der Neustadt für die Hugenotten
1706Stadtbrand am 14. August, fast die ganze Altstadt zerstört
1709 bis 1721Neubau der Altstädter Dreifaltigkeitskirche
1733/40Bau des Altstädter Rathauses
1812Vereinigung von Altstadt und Neustadt
1964Stadtmuseum zieht ins Altstädter Rathaus

Martin-Luther-Platz und die Altstädter Kirche

Die evangelische Altstädter Dreifaltigkeitskirche steht am Martin-Luther-Platz 1 und ist das höchste Bauwerk der Altstadt. Ihr Westturm misst 55,5 Meter. An dieser Stelle stand schon im 13. Jahrhundert eine Marienkapelle, die 1288 belegt ist, im Dreißigjährigen Krieg abbrannte, 1655 neu gebaut und 1706 beim Stadtbrand erneut vollständig zerstört wurde.

Den Neubau plante der Bamberger Baumeister Wenzel Perner. Der Grundstein wurde 1709 gelegt, geweiht wurde die Kirche 1721, der Turm war 1726 fertig. Innen ist sie ein heller Saalbau mit Tonnengewölbe, Stuckdecke, hölzernen Emporen an drei Seiten und einem Kanzelaltar von 1720/21. Die Orgel mit 46 Registern hinter einem barocken Prospekt von etwa 1720 baute die Firma Walcker 1961.

Zusammen mit der Hugenottenkirche und der Neustädter Kirche gliedert sie den barocken Stadtplan. Eine kleine Kirchenrunde von Süd nach Nord ist in einer Stunde zu schaffen.

Noch ein Detail für Bierfreunde: Das Kirchweihfest dieser Kirche wurde am Sonntag nach Pfingsten gefeiert, an Trinitatis. Daraus ging die Erlanger Bergkirchweih hervor, die heute auf dem Burgberg gleich jenseits der Schwabach stattfindet.

Stadtmuseum im Altstädter Rathaus

Gegenüber der Kirche steht das Altstädter Rathaus, ein Barockbau von 1733/40. Seit 1964 sitzt darin das Stadtmuseum, ergänzt um ein benachbartes Bürgerhaus. Die Dauerausstellung erzählt die Geschichte der Region von der Vorgeschichte bis ins 20. Jahrhundert, mit Schwerpunkten auf der Barockzeit, den Hugenotten-Manufakturen, der Markgrafenresidenz und der Gründung der Universität.

TagÖffnungszeit
Montaggeschlossen
Dienstag und Mittwoch9 bis 17 Uhr
Donnerstag9 bis 20 Uhr, ab 17 Uhr Eintritt frei
Freitag9 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage11 bis 17 Uhr

Für die Dauerausstellung reichen eineinhalb bis zwei Stunden. Wer am Donnerstag in der Stadt ist, legt den Besuch auf den Abend und spart den Eintritt. Aktuelle Zeiten vorab beim Betreiber prüfen, die Infos stehen auf der Seite des Stadtmuseums Erlangen.

Läden, Kneipen und Restaurants

Nördlich der Fußgängerzone wird die Hauptstraße zur Ausgehmeile. Hier liegen die meisten Kneipen der Stadt, dazu Restaurants von fränkisch bis international und kleine, inhabergeführte Läden. Unter der Woche prägen Studierende das Bild, am Wochenende kommen Gäste aus dem Umland dazu.

Ein paar Schritte abseits liegt die Schiffstraße, eine schmale Gasse zwischen Altstädter Kirchenplatz und Schlossplatz mit Hinterhöfen, Cafés, kleinen Ateliers und Bars, in denen man ein Glas Wein bekommt. Für einen Bummel bei Tag ist sie schöner als die Hauptstraße, abends eher ruhiger.

Wer zum Einkaufen kommt, findet die großen Ketten weiter südlich in der Nürnberger Straße und in den Arcaden. Die Altstadt ist der Teil für Dinge, die man nicht gesucht hat. Einen Überblick über alle Einkaufsviertel bietet die Seite Einkaufen in Erlangen.

Altstadt im Jahreslauf

Im Advent verwandelt sich der Altstädter Kirchenplatz in den kleinsten der drei Weihnachtsmärkte der Stadt. Er ist werktags erst ab dem Nachmittag geöffnet und deutlich ruhiger als die Waldweihnacht auf dem Schlossplatz. Alle drei Märkte stellt die Seite zum Weihnachtsmarkt in Erlangen vor.

Zu Pfingsten wird es dagegen laut. Die Altstadt ist dann der Weg zum Berg, und durch die Hauptstraße ziehen in den zwölf Tagen der Bergkirchweih abends Tausende Richtung Schwabach. Wer in der Altstadt wohnt oder übernachtet, hat es nicht weit, aber auch keine ruhigen Nächte. Unterkünfte nach Stadtteilen stehen unter Übernachten in Erlangen.

So kommst du hin

Vom Hauptbahnhof gehst du über den Hugenottenplatz in die Hauptstraße und folgst ihr nach Norden, vorbei am Marktplatz und an der Neustädter Kirche. Nach zehn bis fünfzehn Minuten bist du am Martin-Luther-Platz. Mit dem Auto parkst du am besten am Rand: Der kleine Parkplatz Altstadt Ost am Fuchsengarten hat nur rund 60 Plätze, die Parkhäuser der Innenstadt liegen weiter südlich.

Wer die Altstadt in einen größeren Spaziergang einbauen will, findet fertige Routen mit Stationen bei den Rundgängen durch Erlangen. Und wer nach dem Museum noch Kraft hat: Über die Schwabach sind es nur wenige Minuten bis zu den Kellern am Burgberg, wo im Sommer die Biergärten öffnen.

Stand: August 2026

Häufige Fragen: Der alte Norden

Kurze Antworten auf das, was vor dem Besuch am häufigsten gefragt wird.

Wo liegt die Altstadt in Erlangen?

Die Altstadt bildet den nördlichen Teil der Innenstadt. Sie beginnt nördlich der Neustädter Kirche und reicht bis an die Schwabach, jenseits davon steigt der Burgberg an. Vom Hauptbahnhof gehst du über die Hauptstraße zehn bis fünfzehn Minuten bis zum Martin-Luther-Platz.

Warum sieht die Erlanger Altstadt so barock aus?

Am 14. August 1706 zerstörte ein Großbrand fast die gesamte Altstadt. Sie wurde danach nach dem Vorbild der Neustadt wieder aufgebaut, mit begradigten Straßen und einheitlichen Fassaden. Deshalb fehlt in Erlangen das mittelalterliche Fachwerk, das man aus anderen fränkischen Städten kennt.

Kann man die Altstädter Kirche besichtigen?

Die evangelische Dreifaltigkeitskirche am Martin-Luther-Platz ist eine Gemeindekirche, die Besucher gern zu Gottesdiensten und Konzerten erleben. Innen lohnen der barocke Saalraum mit Holzemporen, die Stuckdecke und der Kanzelaltar von 1720/21. Wann sie offen ist, steht an der Kirche und bei der Gemeinde.

Wann hat das Stadtmuseum Erlangen geöffnet?

Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 17 Uhr, Donnerstag von 9 bis 20 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. Montags ist geschlossen. Donnerstags ist der Eintritt ab 17 Uhr frei.

Wo kann man in der Erlanger Altstadt abends ausgehen?

Die meisten Kneipen liegen an der Hauptstraße nördlich der Fußgängerzone und in den Gassen rund um den Altstädter Kirchenplatz. Viele leben von Studierenden, entsprechend locker ist die Stimmung. Im Sommer liegen außerdem die Keller am Burgberg nur ein paar Minuten entfernt.

Was ist der Unterschied zwischen Altstadt und Neustadt in Erlangen?

Die Altstadt ist der ältere, um 1002 erstmals erwähnte Ort, der 1398 Stadtrecht bekam. Die Neustadt entstand ab 1686 als Planstadt für französische Hugenotten. Bis 1812 waren beide eigenständige Städte, erst dann wurden sie vereinigt. Heute ist der Übergang an der Hauptstraße kaum noch zu bemerken.