Nächste Bergkirchweih: 13. Mai bis 24. Mai 2027
Beginn immer am Donnerstag vor Pfingsten, Ende am Montag nach Pfingstmontag - zwölf Tage.
| Jahr | Anstich (Donnerstag) | Pfingstsonntag | Ende (Montag) |
|---|---|---|---|
| 2027 | 13.05.2027 | 16.05.2027 | 24.05.2027 |
| 2028 | 01.06.2028 | 04.06.2028 | 12.06.2028 |
| 2029 | 17.05.2029 | 20.05.2029 | 28.05.2029 |
| 2030 | 06.06.2030 | 09.06.2030 | 17.06.2030 |
| 2031 | 29.05.2031 | 01.06.2031 | 09.06.2031 |
Wer die Erlanger Bergkirchweih nur vom Hörensagen kennt, stellt sich oft ein Festzelt vor. Es gibt keins. Gefeiert wird im Freien, an Biertischen, die den ganzen Sommer über fest an den Hang des Burgbergs gebaut sind, unter Kastanien, Linden und Eichen, die älter sind als jedes Fahrgeschäft. Die Bierkeller, nach denen das Fest seinen Charakter hat, liegen in zwei Reihen übereinander, dazwischen läuft der Weg An den Kellern. Oben drüber dreht sich das Riesenrad. Für Erlangen ist das die fünfte Jahreszeit, und die meisten Einheimischen sagen einfach „der Berg“.
Diese Seite beantwortet die praktischen Fragen in der Reihenfolge, in der sie sich stellen: wann, wie hinkommen, welcher Keller, was kostet es, und wie man die zwölf Tage am besten nutzt, ohne nur im Gedränge zu stehen.
Termin der Bergkirchweih: immer zu Pfingsten
Der Termin der Bergkirchweih hängt an Pfingsten, und Pfingsten hängt an Ostern. Deshalb gibt es kein festes Datum, wohl aber eine feste Regel: Das Fest beginnt am Donnerstag vor Pfingsten mit dem Anstich um 17 Uhr und endet zwölf Tage später, am Montag nach dem Pfingstmontag, kurz vor Mitternacht. Den genauen Termin für die nächsten Jahre rechnet die Tabelle oben auf dieser Seite aus, sie folgt genau dieser Regel.
Im frühesten denkbaren Fall startet der Berg Anfang Mai, im spätesten fällt der letzte Tag in die zweite Junihälfte. Das macht einen Unterschied beim Wetter und bei den Abenden: Ein Mai-Berg kann abends kühl sein, im Juni sitzt man oft bis zum Schluss im Hemd.
| Festtag | Wochentag | Abstand zu Pfingstsonntag | Was passiert |
|---|---|---|---|
| Tag 1 | Donnerstag | 3 Tage vorher | Anstich um 17 Uhr, Freibier aus dem ersten Fass |
| Tag 2 und 3 | Freitag, Samstag | 2 und 1 Tag vorher | erstes volles Wochenende, abends sehr voll |
| Tag 4 | Pfingstsonntag | Feiertag | Keller ab 9.30 Uhr, ganztägig voll |
| Tag 5 | Pfingstmontag | 1 Tag danach | Feiertag, Keller ab 9.30 Uhr |
| Tag 6 | Dienstag | 2 Tage danach | traditioneller Berg-Dienstag |
| Tag 7 bis 11 | Mittwoch bis Sonntag | 3 bis 7 Tage danach | zweite Woche, werktags tagsüber ruhiger |
| Tag 12 | Montag | 8 Tage danach | letzter Tag, abends Fassbegräbnis am Erich-Keller |
Warum der Termin jedes Jahr wandert
Ostern fällt auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, Pfingsten folgt 49 Tage später. Damit kann der Pfingstsonntag zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni liegen, und der Termin der Erlanger Bergkirchweih rutscht entsprechend mit. Im frühesten Fall beginnt der Anstich am 7. Mai, im spätesten endet das Fest am 21. Juni. Wer seinen Urlaub für den Berg plant, schaut deshalb zuerst in den Kalender auf Ostern und rechnet von dort weiter, oder er nimmt einfach die Tabelle oben auf dieser Seite.
Für Gäste von außerhalb ist das praktisch: Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg fallen oft genau in die Berg-Wochen. Das bedeutet allerdings auch volle Züge über die Feiertage.
Neben den festen Eckpunkten gibt es Sondertage, die jedes Jahr neu gelegt werden: einen Familientag, an dem Keller und Stände ihre Preise deutlich senken, und einen Seniorentag. Auch der Berg-Dienstag hat seine eigene Geschichte. Früher gaben Betriebe und sogar die Universität an diesem Nachmittag frei, an der Universität endete dieser Brauch 1999. Viele Erlanger nehmen sich den Nachmittag trotzdem.
Die Keller am Burgberg
Die Keller sind der Grund, warum die Bergkirchweih überhaupt hier oben liegt. Seit dem 17. Jahrhundert gruben Erlanger Brauer Stollen in den Sandstein des Burgbergs, um ihr Bier kühl zu lagern. Der älteste Keller stammt von 1675, bis 1770 kamen zwölf weitere dazu. Der größte, 1883/84 für die Brauerei Reif angelegt, verzweigt sich über 861 Meter im Berg. Im Winter holte man Eis von Weihern und lagerte es mit ein, so blieb das Bier auch im Hochsommer frisch. Über den Kellereingängen entstanden kleine Ausschankhäuser, die Kellerhäuschen, und davor die Biergärten.
Heute sind es zuletzt 14 Keller, die zur Bergkirchweih öffnen. Zusammen bieten sie rund 11.000 feste Sitzplätze, was den Berg zu einem der größten Biergärten Europas macht. Die Keller haben eigene Wirte, eigene Speisekarten und ein eigenes Publikum.
| Keller (Auswahl) | Lage am Berg | Was ihn ausmacht |
|---|---|---|
| Entla’s Keller | westlicher Rand | gilt als ältester Keller am Berg, öffnet als Biergarten auch außerhalb des Festes |
| Erich-Keller | Mitte | traditionelles Herz des Berges, Ort des Fassbegräbnisses |
| Henninger-Keller | Mitte | großer Keller mit weiten Kavernen im Berg |
| Steinbach Keller | Mitte bis Ost | Bier der Erlanger Steinbach Bräu |
| Goldmann-Keller | östlicher Teil | zuletzt einer der günstigeren Keller beim Bierpreis |
| Hofbräu Keller, Hübner’s Keller, Weller-Keller | über den Hang verteilt | Namen erinnern an frühere Erlanger Brauereien |
Was in den Felsenkellern lagerte
Die Stollen sind nicht nur ein paar Meter tief. Insgesamt zählte man am Burgberg 16 Keller, viele davon untereinander verbunden, manche reichen weit in den Sandstein hinein. Im Inneren hält sich das ganze Jahr über eine kühle, gleichmäßige Temperatur, genau das brauchte untergäriges Lagerbier, bevor es Kühlmaschinen gab. Das Eis, das zusätzlich kühlte, sägten die Brauer im Winter aus Weihern und lagerten es in eigenen Eisgruben. Anfang der 1890er Jahre kaufte die Brauerei Reif ihre ersten Kältemaschinen, und mit der Technik von Carl von Linde verloren die Keller ihre ursprüngliche Aufgabe. Was blieb, waren die Biergärten darüber, und die wurden zum Fest.
Wer einmal in einem der Keller unten war, sieht den Berg anders: Unter den Biertischen liegt ein ganzes Gängenetz, das man oben nicht ahnt.
Wer zum ersten Mal kommt, sollte den Hang einmal komplett von West nach Ost ablaufen, bevor er sich setzt. Das dauert ohne Gedränge zehn Minuten, und danach weißt du, welcher Keller dir liegt: Manche sind eng und laut mit Blaskapelle, andere haben weite, schattige Terrassen, wo man auch mit Kindern gut sitzt.
Welche Brauereien ausschenken
Ausgeschenkt wird Bier von vier bis fünf Brauereien. Aus Erlangen selbst kommt die Steinbach Bräu aus der Vierzigmannstraße. Dazu kommen Tucher, Kulmbacher und Kitzmann, dessen Marke heute zur Kulmbacher Gruppe gehört, nachdem die traditionsreiche Erlanger Braustätte 2018 schloss. Die Biersorte ist meist ein helles Festbier, manche Keller haben zusätzlich Kellerbier oder Weizen. Getrunken wird aus dem Maßkrug.
Essen auf dem Berg
Jeder Keller hat seine eigene Küche, und die Auswahl ist fränkisch geprägt: Bratwürste, Schäufele, halbe Hendl, Fisch vom Grill und Käseplatten. Am Entla’s Keller dreht sich ein Ochs am Spieß. Für viele Erlanger gehört die Bergkirchweihbrezel dazu, eine große, weiche Breze, die unter anderem die Traditionsbäckerei Gulden backt. Dazu kommen die Stände am Weg mit Süßem, gebrannten Mandeln und Lebkuchenherzen. Wer mittags kommt, isst im Keller, wer abends kommt, sollte vorher essen, weil sich dann an den Ausgaben Schlangen bilden.
Anreise zur Erlanger Bergkirchweih
Die Anreise ist der Punkt, an dem sich ein schöner Bergtag entscheidet. Wer am Berg Erlangen-Kenner fragt, bekommt fast immer denselben Rat: ohne Auto. Zwischen Bahnhof und Burgberg liegt die Altstadt, und genau durch sie hindurch führt der beste Weg.
Mit der Bahn: Erlangen Hauptbahnhof liegt an der Bahnstrecke von Nürnberg nach Bamberg. Aus Nürnberg bist du mit S-Bahn oder Regionalexpress je nach Zug in etwa 15 bis 20 Minuten da, auch ICE halten in Erlangen. Vom Bahnhof gehst du über die Hauptstraße nach Norden, quer über den Martin-Luther-Platz und weiter die Bergstraße hinauf. Zu Fuß sind das rund 20 Minuten. Fahrpläne und Tickets gibt es beim Verkehrsverbund VGN, dessen Tarif auch die Busse in Erlangen abdeckt.
Mit dem Berg-Shuttle: Während des Festes fährt ein Sonderbus im Ringverkehr zwischen Hugenottenplatz und dem Festgelände. Montag bis Freitag fährt er ab 16 Uhr, samstags sowie am Berg-Dienstag, am Seniorentag und am Familientag ab 10 Uhr, sonn- und feiertags ab 9 Uhr, jeweils bis 23.45 Uhr. Der Hugenottenplatz liegt fünf Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
Mit dem Rad: Erlangen ist eine Fahrradstadt, und der Burgberg liegt nah an der Innenstadt. Rund um den Berg ist das Abstellen in Stoßzeiten aber schwierig. Für E-Scooter gilt während des Festes eine Parkverbotszone rund um das Gelände.
Mit dem Auto: Über die A 73, Ausfahrt Erlangen-Nord, kommst du nah heran, aber nicht bis hin. Rund um den Burgberg sind Straßen gesperrt oder Anwohnern vorbehalten. Der Großparkplatz an der Parkplatzstraße westlich des Bahnhofs ist die realistische Lösung. Wer trinken will, lässt den Wagen ohnehin besser zu Hause.
| Anreise | Ab | Zeit bis zum Berg | Gut für |
|---|---|---|---|
| Zu Fuß ab Bahnhof | Erlangen Hbf | ca. 20 Minuten | alle, die mit dem Zug kommen |
| Berg-Shuttle | Hugenottenplatz | wenige Minuten Fahrt plus Wartezeit | Ältere, Familien, Regenabende |
| Fahrrad | Innenstadt | 5 bis 10 Minuten | Einheimische, Tagesbesuch |
| Auto plus Fußweg | Großparkplatz Parkplatzstraße | ca. 25 Minuten zu Fuß | Gäste aus dem ländlichen Umland ohne Bahnanschluss |
Wer den Berg Erlangen-typisch erleben will, kommt übrigens zu Fuß von unten über die Bergstraße. Dort sieht man, wie sich das Gelände öffnet, und läuft an den ersten Kellerhäuschen vorbei. Mehr zu Bahnverbindungen, Bussen und Parkhäusern steht auf der Seite Anreise und Parken.
Der Rückweg in der Nacht
Um 23 Uhr endet der Ausschank, und praktisch alle Gäste wollen gleichzeitig nach unten. Die Bergstraße wird dann zur Einbahnstraße für Fußgänger, und am Hugenottenplatz und am Bahnhof staut es sich. Wer mit dem Zug zurück muss, plant für den Rückweg mindestens 25 Minuten ein oder geht eine Viertelstunde vor Schluss los. Für die Anreise am Abend gilt umgekehrt: Wer erst nach 20 Uhr ankommt, findet meist trotzdem noch Platz, weil die Tagesgäste dann schon gehen.
Öffnungszeiten, Preise und Regeln
Die Keller öffnen werktags und samstags um 10 Uhr, sonn- und feiertags um 9.30 Uhr. Ausgeschenkt wird bis 23 Uhr, danach leert sich der Hang schnell. Die Fahrgeschäfte haben eigene Zeiten.
Der Bierpreis wird jedes Jahr neu festgelegt und unterscheidet sich zwischen den Kellern. Zuletzt lag die Maß meist zwischen gut 13 und 14 Euro, ein Keller war jeweils etwas günstiger als der Rest. Brotzeiten, Hendl, Schäufele und die Bergkirchweihbrezel kommen dazu. Wer mit einer Gruppe einen ganzen Abend bleibt, sollte großzügig rechnen und etwas Bargeld dabeihaben.
An den Eingängen gibt es Taschenkontrollen, Teile des Geländes sind videoüberwacht. Mit kleinem Gepäck geht es schneller.
Ein Detail, das viele unterschätzen: Toiletten. Sie sind über das Gelände verteilt, zu Stoßzeiten bilden sich lange Schlangen. Wer abends kommt, plant das gleich mit ein. Aktuelle Zeiten vorab beim Betreiber prüfen, das gilt besonders für Sondertage, Shuttle und Preise, die sich von Jahr zu Jahr verschieben.
Tradition: vom Pfingstmarkt zum größten Biergarten
Am 21. April 1755 beschloss der Erlanger Rat, den Pfingstmarkt aus der Altstadt auf den Burgberg zu verlegen. Dort fand ohnehin das Vogelschießen am Altstädter Schießhaus statt, und die Brauer hatten ihre kühlen Keller schon in den Hang gegraben. Der Name „Kirchweih“ verweist auf das Fest der Altstädter Dreifaltigkeitskirche, das am Sonntag nach Pfingsten, an Trinitatis, gefeiert wurde.
Im 19. Jahrhundert wurde Erlangen zur Bierexportstadt, zeitweise mit 17 bis 18 Braustätten und Bier, das bis nach Übersee ging. Die Keller am Berg waren dafür die Infrastruktur, und die Bergkirchweih war das Fest, bei dem die Stadt dieses Bier selbst trank. Wie das zusammenhängt, erzählt die Seite zur Bierstadt Erlangen ausführlicher, dort geht es auch um die Häuser, in denen einst gebraut wurde.
Zwei Rituale rahmen das Fest. Beim Anstich am ersten Donnerstag um 17 Uhr zapft das Stadtoberhaupt das erste Fass an, das Freibier daraus ist nach Minuten weg. Beim Fassbegräbnis am letzten Abend wird am Erich-Keller symbolisch das letzte Fass zu Grabe getragen, dazu wird „Lili Marleen“ gesungen. Wer nur einen Abend Zeit hat und Stimmung sucht, nimmt einen dieser beiden.
Wie weit das Erlanger Bier damals kam, zeigt eine Anekdote, die gern erzählt wird: Karl May soll in einem seiner Romane ein „Elanka“ erwähnen, gemeint sei das Erlanger. Ob das so stimmt, darüber lässt sich trefflich streiten, am besten auf dem Berg. Belegt ist dagegen, dass Erlanger Exportbier in der gehobenen Gastronomie des Kaiserreichs neben den einheimischen Sorten auf der Karte stand und dass die großen Exportbrauereien sogar eigene Eisenbahnwaggons hatten.
Rund eine Million Besuche zählt der Berg in zwölf Tagen, gut zehnmal so viele, wie Erlangen Einwohner hat. Trotzdem fühlt es sich an vielen Stellen kleiner an als ein Großfest, weil die Bäume den Hang in einzelne Räume teilen.
So nutzt du die zwölf Tage am besten
Die Bergkirchweih Erlangen hat zwei Gesichter. Tagsüber, unter der Woche, ist sie ein riesiger Biergarten, in dem Rentner Karten spielen, Studierende zwischen zwei Vorlesungen sitzen und Familien Brezen teilen. Abends, besonders am Wochenende, wird sie zum Volksfest mit Blasmusik, Schunkeln und Gedränge auf dem Kellerweg.
Für einen ruhigen ersten Eindruck kommst du an einem Werktag zwischen 10 und 15 Uhr. Dann sind fast alle Keller halb leer, du kannst dir den Platz aussuchen und hast Zeit, die Kellerhäuschen anzuschauen. Wer Stimmung will, kommt ab dem späten Nachmittag. Am vollsten sind Freitag- und Samstagabend sowie die Pfingstfeiertage.
Ein paar Erfahrungswerte, die sich bewährt haben:
- Bei Regen ist der Hang rutschig. Feste Schuhe sind wichtiger als die Tracht.
- Mit Kinderwagen ist der Hauptweg tagsüber machbar, abends nicht.
- Wer sich verliert, macht einen festen Treffpunkt aus, zum Beispiel am Riesenrad. Das Handynetz ist am Abend oft überlastet.
- Das Bergbarometer der Stadt Erlangen zeigt im Lageplan, wie voll das Gelände gerade ist.
Ein Bergtag in drei Etappen
Ein bewährter Ablauf für Tagesgäste: Am Vormittag die Altstadt, also Schlossplatz, Schlossgarten und Hugenottenplatz, mit einem Kaffee am Marktplatz. Gegen Mittag hinauf auf den Berg, einmal den Hang abgehen, dann in einem ruhigen Keller essen. Am Nachmittag Riesenrad, ein zweiter Keller, und wer mag, bleibt bis zum frühen Abend, wenn die Musik einsetzt und die Erlanger Bergkirchweih ihr zweites Gesicht zeigt. So hast du beide Seiten gesehen und bist vor dem großen Ansturm wieder am Bahnhof. Wer lieber am Stück die Stadt kennenlernen will, findet unter Rundgänge durch Erlangen fertige Routen, die sich gut mit einem Bergbesuch kombinieren lassen.
Für Gruppen, die den Berg schon kennen, ist der Abend die bessere Wahl. Dann lohnt es sich, einen Platz zu reservieren, denn ohne Reservierung sucht eine Gruppe von zehn Leuten am Samstagabend lange. Die Bergkirchweih Erlangen ist dann ein großes, lautes Fest, und genau dafür kommen viele.
Wenn es regnet
Ein Regentag auf dem Berg ist kein verlorener Tag, aber er verändert ihn. Die Bäume halten leichten Regen erstaunlich lange ab, und unter den Vordächern der Kellerhäuschen rücken die Gäste zusammen. Bei Dauerregen leert sich der Hang allerdings schnell, und die Wege werden rutschig, vor allem die unbefestigten Abschnitte zwischen den Terrassen. Eine leichte Regenjacke ist besser als ein Schirm, denn zwischen den Tischen ist für Schirme kaum Platz. Wer an so einem Tag lieber in der Stadt bleibt, findet in Erlangen genug Ziele unter Dach, vom Stadtmuseum am Martin-Luther-Platz bis zu den Erlangen Arcaden in der Innenstadt, und kann am Abend immer noch auf einen Keller vorbeischauen, wenn es aufklart. Gewitter sind der einzige echte Grund, den Berg zu verlassen: Unter hohen Bäumen am Hang will bei Blitz niemand sitzen.
Mit Kindern
Für Familien ist der Berg vor allem am frühen Nachmittag gut. Es gibt Kinderkarussells, das Riesenrad, Schießbuden und Süßes, und am Familientag sind die Preise bei vielen Kellern und Ständen spürbar reduziert. Ab dem frühen Abend steigt der Pegel. Spätestens dann lohnt der Abstecher in den Heinrich-Kirchner-Skulpturengarten nebenan auf dem Burgberg, der ruhig und schattig ist.
Barrierefreiheit
Der Burgberg ist ein Hang. Der Weg An den Kellern ist zwar befestigt, aber teils steil und uneben, und viele Biergärten liegen auf Terrassen mit Stufen. Mit Rollstuhl oder Rollator ist der untere Bereich tagsüber gut erreichbar, abends wird es durch das Gedränge schwierig. Der Berg-Shuttle hilft, den Weg aus der Innenstadt abzukürzen.
Der Berg außerhalb der Festzeit
Nach den zwölf Tagen wird es still am Burgberg, ganz verschwindet das Leben aber nicht. Der Entla’s Keller öffnet als Biergarten in der Saison von April bis Ende September, und dort werden auch Führungen durch die historischen Felsenkeller angeboten, eine Stunde lang, mit anschließendem Biergartenbesuch. Auch der Henninger-Keller mit seinen weiten Kavernen lässt sich besichtigen. Wer sich für die Geschichte dahinter interessiert, findet bei der Bierkultur in Erlangen die geführten Touren und eine Route zum Selbstlaufen.
Die Erlanger Bergkirchweih ist das größte, aber nicht das einzige Fest mit Bier in der Stadt. Im Sommer folgen die Kirchweihen in den Stadtteilen, im Frühjahr das Frühlingsfest auf dem Schlossplatz. Eine Übersicht steht unter Bierfeste in Erlangen, den ganzen Jahreskalender findest du bei den Veranstaltungen.
Übernachten zur Berg-Woche
In den zwölf Tagen der Bergkirchweih sind Hotels und Ferienwohnungen in Erlangen gefragt, besonders an den Wochenenden und über Pfingsten. Wer den Termin kennt, bucht am besten Monate im Voraus. Ideal ist eine Unterkunft in der Altstadt oder rund um den Bahnhof: Von dort gehst du zu Fuß auf den Berg und zu Fuß zurück, ohne auf Taxi oder Bus zu warten. Stadtteile wie Bruck oder Büchenbach sind ruhiger, aber nachts weiter entfernt. Eine Übersicht nach Lage findest du unter Übernachten in Erlangen.
Eine Alternative ist Nürnberg. Die S-Bahn fährt auch spät am Abend, und so manche Gruppe kommt jedes Jahr aus Nürnberg oder Fürth herüber. Wer sich für diese Variante entscheidet, schaut vorher, wann der letzte Zug zurück fährt, und plant den Rückweg vom Berg zum Bahnhof mit etwa 25 Minuten ein, weil es nach 23 Uhr bergab voll wird.
Zwischen zwei Bergtagen bleibt meist Zeit für die Stadt selbst. Schloss, Schlossgarten und Hugenottenplatz liegen alle in Laufweite, die besten Ziele sind unter Sehenswürdigkeiten in Erlangen zusammengestellt. Und wer am Morgen danach Ruhe braucht: Der Schlossgarten öffnet früh und ist um diese Uhrzeit fast leer.
Quellen
Stand: September 2026

