Erlangen ist keine Großstadt mit einem riesigen Stadtpark, sondern eine kompakte Universitätsstadt mit vielen kleinen, sehr unterschiedlichen Grünflächen. Das Schöne daran: Die meisten liegen so dicht an der Innenstadt, dass du sie zu Fuß verbinden kannst. Barock im Schlossgarten, Gewächshäuser im Botanischen Garten, Duftpflanzen im Aromagarten, Bronzefiguren am Burgberg und offene Flussauen an der Regnitz. Eintritt kostet keiner dieser Orte.
Überblick: welcher Garten wofür
| Park oder Garten | Lage | Geöffnet | Eintritt | Gut für |
|---|---|---|---|---|
| Schlossgarten | Hinter dem Markgrafenschloss | Öffentlicher Park | Frei | Spaziergang, Barock |
| Botanischer Garten | Loschgestraße 1, nördlich des Schlossgartens | Freiland April bis September 8 bis 17.30 Uhr, Oktober bis März 8 bis 16 Uhr | Frei | Pflanzen, Gewächshäuser, Kinder |
| Aromagarten | Ecke Palmsanlage und Martiusweg | 1. April bis 31. Oktober, 8 bis 18 Uhr | Frei | Duft- und Heilpflanzen |
| Heinrich-Kirchner-Skulpturengarten | Südhang des Burgbergs | Ganzjährig, außer Bergkirchweih und Silvester | Frei | Kunst im Grünen |
| Schwabachanlage | Entlang der Schwabach bis Sieglitzhof | Öffentliche Grünanlage | Frei | Joggen, Spielen, Radfahren |
| Regnitzgrund (Wiesengrund) | Westlich der Innenstadt an der Regnitz | Offene Landschaft | Frei | Weite Wiesen, Störche |
Aktuelle Zeiten vorab beim Betreiber prüfen, vor allem beim Botanischen Garten, der an Heiligabend und Silvester verkürzt öffnet.
Schlossgarten: der barocke Klassiker
Der Schlossgarten liegt direkt hinter dem Markgrafenschloss und ist das grüne Zentrum der Stadt. Angelegt wurde er ab etwa 1700 als Barockgarten, heute ist er ein weitläufiger Park mit Rasenflächen und altem Baumbestand. Für die Öffentlichkeit geöffnet wurde er am 11. Juni 1849.
Drei Bauwerke solltest du gesehen haben:
- Die Orangerie, gebaut 1704 bis 1706 nach Plänen von Gottfried von Gedeler, mit Sandsteinfiguren von Elias Räntz.
- Den Hugenottenbrunnen von 1706, ebenfalls von Elias Räntz. Er ist oval, rund 29 mal 19,5 Meter groß, und zeigt einen kegelförmigen Felsen mit Figuren auf mehreren Ebenen, darunter Hugenotten, antike Gottheiten und den Markgrafen.
- Das Reiterstandbild des Markgrafen Christian Ernst, 1711/12 von Räntz aus einem einzigen Sandsteinblock gehauen.
Ende Juni feiert die Universität hier das Schlossgartenfest, das als eines der größten Gartenfeste Europas gilt. Wer an diesem Wochenende einen ruhigen Spaziergang plant, weicht besser auf einen der anderen Gärten aus. Mehr zur Geschichte und zu den Details steht auf der Seite zum Schlossgarten Erlangen.
Botanischer Garten: 4000 Arten auf zwei Hektar
Direkt nördlich des Schlossgartens schließt der Botanische Garten der Friedrich-Alexander-Universität an. Auf rund zwei Hektar wachsen etwa 4000 Pflanzenarten, teils im Freiland, teils in Gewächshäusern. Es gibt ein Alpinum, ein Kanarenhaus, Sukkulenten mit vielen Kakteen und einen Heilpflanzengarten.
Ein Kuriosum ist die Neischl-Grotte, eine künstliche Tropfsteinhöhle von 1907, die saisonal zugänglich ist. Kinder bleiben meist an den Wasserbecken hängen, in denen Fische, Frösche und Molche leben.
Der Garten hat drei Eingänge: am Ende der Wasserturmstraße, an der Loschgestraße westlich der Kinderklinik und an der Nordseite des Schlossgartens. Das Freiland ist von April bis September von 8 bis 17.30 Uhr geöffnet, von Oktober bis März von 8 bis 16 Uhr. Die Gewächshäuser öffnen Dienstag bis Sonntag von 9.30 bis 15.30 Uhr. Der Eintritt ist überall frei.
Tipp: An einem grauen Wintertag sind die Gewächshäuser einer der wärmsten Orte der Innenstadt.
Aromagarten: Duft statt Blüte
Seit 1990 betreut der Botanische Garten auch den Aromagarten an der Ecke Palmsanlage und Martiusweg. Hier stehen nicht Blütenpracht oder seltene Arten im Vordergrund, sondern Pflanzen, die du über Duft und Aroma erlebst. Der Garten ist klein und eignet sich gut als ruhige Pause zwischen Innenstadt und Schwabachanlage.
Der Aromagarten öffnet vom 1. April bis zum 31. Oktober täglich von 8 bis 18 Uhr, im Winterhalbjahr ist er geschlossen. Am intensivsten ist der Besuch im Hochsommer an einem warmen Nachmittag, wenn die ätherischen Öle in der Luft liegen.
Heinrich-Kirchner-Skulpturengarten am Burgberg
Am sonnigen Südhang des Burgbergs liegt ein Garten, der einem einzigen Künstler gewidmet ist. Der Erlanger Bildhauer Heinrich Kirchner schuf zwischen 1935 und 1982 die 19 monumentalen Bronzefiguren, die hier zwischen Bäumen und Wiesen stehen. Eröffnet wurde der Garten im Mai 1982, zum 80. Geburtstag des Künstlers.
Der Garten ist ganzjährig zugänglich. Ausnahmen sind die Zeit der Bergkirchweih, wenn der Burgberg zum Festgelände wird, und Silvester. Im Winter hängt der Zugang vom Wetter und vom Räumdienst ab. Details zu den Figuren findest du auf der Seite zum Heinrich-Kirchner-Skulpturengarten.
Schwabachanlage: Grünzug für Bewegung
Die Schwabachanlage begleitet das kleine Flüsschen Schwabach vom Nordrand der Altstadt über die Palmsanlage bis in den Stadtteil Sieglitzhof. Sie ist weniger ein Ort zum Staunen als einer zum Bewegen: Spielflächen, Sportplätze und Wege, auf denen Spaziergänger, Jogger und Radfahrer unterwegs sind. Für Familien mit Kindern, die sich austoben wollen, ist sie die praktischste Grünfläche nahe der Innenstadt.
Regnitzgrund und Bürgermeistersteg
Westlich der Innenstadt öffnet sich der Wiesengrund der Regnitz, eine weite Auenlandschaft mit Wiesen und einzelnen Baumgruppen. Von hier hast du einen schönen Blick nach Osten auf die Erlanger Innenstadt. Im Frühjahr und Sommer sind hier Störche zu sehen.
Am Bürgermeistersteg liegt eine der städtischen Freizeitanlagen mit Spielgeräten und Bolzplatz. Während der Bergkirchweih ist dort Musik untersagt, die Stadt stellt in dieser Zeit zusätzliche Mülleimer und Toiletten auf. Für eine Radtour entlang des Flusses ist der Regnitzgrund ein guter Startpunkt, mehr dazu unter Radfahren in Erlangen.
Eine Gartenrunde zu Fuß
Wer mehrere Gärten an einem Tag sehen will, kann so vorgehen: Start am Schlossplatz, durch den Schlossgarten zur Orangerie und zum Hugenottenbrunnen, weiter in den Botanischen Garten, dann über die Palmsanlage zum Aromagarten. Danach geht es nach Norden durch die Altstadt hinauf zum Skulpturengarten am Burgberg. Wer am Ende noch Energie hat, läuft zurück über die Schwabachanlage. Für weitere Spaziergänge durch die Stadt gibt es fertig ausgearbeitete Rundgänge durch Erlangen.
Quellen
Stand: August 2026

