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Park hinter dem Schloss

Schlossgarten Erlangen: Orangerie, Hugenottenbrunnen, Feste

Der Schlossgarten Erlangen ist der größte Park der Innenstadt und liegt direkt hinter dem Markgrafenschloss, fünf bis zehn Minuten vom Hauptbahnhof. Barocke Orangerie, Hugenottenbrunnen von 1706 und alte Bäume machen ihn zum Ort für Pause, Picknick und große Sommerfeste wie das Poetenfest. Der Eintritt ist frei.

Lage
Hinter dem Schloss, zwischen Schlossplatz und Botanischem Garten
Fläche
rund 7 Hektar
Eintritt
frei
Öffentlich seit
1849
Highlights
Orangerie, Hugenottenbrunnen, Reiterstandbild
Zeitbedarf
30 Minuten bis halber Tag
Kupferstich-Illustration des Erlanger Schlossgartens mit großem Barockbrunnen, Rasenflächen und Orangerie im Hintergrund
Kupferstich-Illustration des Erlanger Schlossgartens mit großem Barockbrunnen, Rasenflächen und Orangerie im HintergrundBlatt 03

So kommst du hin

HauptbahnhofStart0,6 km WegSchlossgartenZiel
Zu Fuß
ca. 10 Min.
Mit dem Rad
ca. 3 Min.
Mehr dazu
Bus, Bahn und Parken

Der Schlossgarten ist der Ort, an dem Erlangen im Sommer draußen sitzt. Studierende liegen zwischen zwei Vorlesungen auf der Wiese, Familien machen nach dem Einkauf Pause, und im August verwandelt das Poetenfest den Park in ein großes Lesezelt unter freiem Himmel. Der Garten liegt direkt hinter dem Markgrafenschloss, vom Hauptbahnhof bist du in fünf bis zehn Minuten da, und Eintritt kostet er nicht.

Wer nur kurz Zeit hat, schaut sich den Hugenottenbrunnen und die Orangerie an und setzt sich auf eine Bank. Wer mehr Zeit hat, läuft bis zum Nordrand, wo der Botanische Garten anschließt.

Vom Barockgarten zum Stadtpark

Angelegt wurde der Garten kurz nach 1700, gleichzeitig mit dem Schloss. Er war streng symmetrisch und mit rund 280 mal 550 Metern deutlich größer als heute. Die Markgräfin Elisabeth Sophie, für die Markgraf Christian Ernst das Schloss erworben hatte, prägte die Anlage mit.

Ab 1786 wandelte sich das Bild. Der Botaniker Johann Christian von Schreber begann, Teile des Parks im Stil eines englischen Landschaftsgartens umzugestalten, ein Prozess, der sich bis 1826 hinzog. Zum Gelände gehörten damals auch Küchen- und Kräutergarten, ein Obstgarten und eine Fasanerie. Im 19. Jahrhundert schrumpfte die Fläche auf die heutigen rund 7 Hektar.

Ein Datum ist für Besucher bis heute spürbar: Am 11. Juni 1849 wurde der Garten für die Öffentlichkeit geöffnet. Seitdem ist er kein höfischer Garten mehr, sondern ein Stadtpark.

Was du im Schlossgarten sehen solltest

ObjektEntstehungKünstler oder ArchitektWas es zu sehen gibt
Orangerie1704 bis 1706Gottfried von Gedeler, Schmuck von Elias Räntzgeschwungener Barockbau mit Wassersaal
Hugenottenbrunnen1706Elias RäntzBecken von rund 29 mal 19,5 Metern, Figurengruppen
Reiterstandbild1711/12Elias Räntz, Sockel von Paul DeckerMarkgraf Christian Ernst, aus einem Sandsteinblock
Botanischer Gartenangelegt 1825Universitätgrenzt im Norden an den Schlossgarten
Junge Eichen und LindenNachpflanzungen 1975 und 1980StadtBaumreihen, die die alten Achsen nachzeichnen

Die Orangerie

Die Orangerie entstand zwischen 1704 und 1706 nach Plänen von Gottfried von Gedeler, der auch das Schloss vollendet hatte. Den bildhauerischen Schmuck lieferte Elias Räntz. Orangerien dienten im Barock dazu, empfindliche Kübelpflanzen wie Zitrusbäume über den Winter zu bringen. Heute nutzt die Universität das Gebäude, und der Wassersaal mit seinem Stuck und einer Orgel ist ein gefragter Ort für Konzerte und Trauungen. Wer hinein möchte, schaut am besten nach einer Veranstaltung dort.

Der Hugenottenbrunnen

Der Brunnen ist das eigentliche Herz des Gartens. Elias Räntz schuf ihn 1706, das Becken misst rund 29 mal 19,5 Meter. Die Figurengruppen zeigen Hugenottenfamilien und Markgraf Christian Ernst. Der Brunnen erzählt damit in Stein, worauf das barocke Erlangen gründet: die Aufnahme der französischen Glaubensflüchtlinge ab 1686. Die Geschichte dazu steht ausführlicher bei der Hugenottenkirche, die nur wenige Minuten entfernt liegt.

Das Reiterstandbild

Weniger bekannt ist das Reiterstandbild des Markgrafen Christian Ernst, ebenfalls von Elias Räntz, entstanden 1711/12 aus einem einzigen Sandsteinblock. Den Sockel entwarf Paul Decker. Seit 1996 schützt ein Zaun das Denkmal, du kommst also nicht ganz heran.

Feste und Veranstaltungen im Garten

Im Sommer ist der Schlossgarten Festgelände. Drei Termine solltest du kennen:

  • Das Erlanger Poetenfest findet an drei Tagen Ende August statt. Lesungen, Gespräche und Konzerte verteilen sich dann über den ganzen Park, und das Publikum sitzt auf Klappstühlen, Decken und dem Rasen.
  • Das Schlossgartenfest der Universität ist ein großer Sommerball Ende Juni. Dafür braucht man Karten, und der Garten ist an diesem Abend für die Allgemeinheit nur eingeschränkt nutzbar.
  • Die Schlossgartenkonzerte finden zwischen Mai und August an Sonntagen statt und kosten keinen Eintritt.

Hinzu kommt Ende Juli der Erlanger Triathlon, bei dem rund um den Schlossgarten mit Absperrungen zu rechnen ist. Welche Termine aktuell anstehen, steht im Veranstaltungskalender.

Praktisch: Anreise, Zeitbedarf, mit Kindern

Vom Hauptbahnhof läufst du durch die Fußgängerzone zum Marktplatz, dann links oder rechts am Schloss vorbei. Das dauert fünf bis zehn Minuten.

Zeitbedarf: Für Brunnen und Orangerie reicht eine halbe Stunde. Mit Picknick, Lesen und einem Abstecher in den Botanischen Garten wird ein halber Tag daraus.

Mit Kindern ist der Garten unkompliziert. Die Wege sind breit und eben, die Wiesen groß genug zum Rennen, und am Brunnen gibt es viel zu entdecken. Kinderwagen und Rollstuhl kommen auf den Hauptwegen gut voran.

Die beste Zeit ist ein warmer Werktagnachmittag zwischen Mai und September. Am Wochenende und bei Festen wird es voll. Im Herbst färben die alten Linden und Eichen den Park gelb, im Winter ist es fast leer und überraschend ruhig.

Aktuelle Zeiten und Sperrungen vorab bei der Stadt Erlangen prüfen, vor allem rund um Poetenfest und Schlossgartenfest.

Weitere Gärten und was sich kombinieren lässt

Der Schlossgarten ist der größte, aber nicht der einzige Park in Erlangen. Auf dem Burgberg liegt der Heinrich-Kirchner-Skulpturengarten mit großen Bronzefiguren, rund 20 Minuten zu Fuß vom Schloss. Eine Übersicht über alle Grünflächen findest du bei den Parks und Gärten in Erlangen.

Für einen Tag in der Innenstadt passt der Garten gut zwischen Marktplatz und Altstadt. Wer die Übersicht aller Ziele sucht, findet sie bei den Sehenswürdigkeiten in Erlangen.

Ein Vorschlag für einen ruhigen Nachmittag: Starte am Marktplatz mit einem Blick auf den Paulibrunnen, geh am Schloss vorbei zum Hugenottenbrunnen und setz dich dann mit einem Buch oder einem Eis auf die Wiese vor der Orangerie. Wenn das Wetter hält, lohnt danach ein Gang durch den Botanischen Garten am Nordrand, bevor du über die Hauptstraße in die Altstadt weiterläufst. So hast du in zwei Stunden Barock, Grün und Stadtleben gesehen, ohne einen einzigen Bus zu nehmen.

Wer den Garten fotografieren will, kommt am besten früh am Morgen. Dann liegt das Licht flach über dem Rasen, der Brunnen ist noch nicht von Menschen umringt, und die Orangerie wirft lange Schatten. Am Abend dagegen gehört der Park den Studierenden, und das ist auf eigene Art ein gutes Motiv.

Stand: September 2026

Häufige Fragen: Park hinter dem Schloss

Kurze Antworten auf das, was vor dem Besuch am häufigsten gefragt wird.

Kostet der Schlossgarten Erlangen Eintritt?

Nein, der Schlossgarten ist ein öffentlicher Park und ohne Eintritt zugänglich. Er liegt direkt hinter dem Markgrafenschloss und ist von mehreren Seiten aus erreichbar, auch vom Schlossplatz aus.

Was ist der Hugenottenbrunnen?

Der Hugenottenbrunnen ist eine große barocke Brunnenanlage von 1706, geschaffen von Elias Räntz. Das Becken misst rund 29 mal 19,5 Meter. Die Figuren zeigen unter anderem Hugenottenfamilien und Markgraf Christian Ernst, der die Glaubensflüchtlinge 1686 aufgenommen hatte.

Kann man die Orangerie besichtigen?

Die Orangerie wird von der Universität genutzt und dient außerdem als Ort für Konzerte und Trauungen. Ein Museumsbetrieb besteht nicht. Von außen kannst du den Bau jederzeit ansehen, in den Wassersaal kommst du am ehesten bei einer Veranstaltung.

Welche Feste finden im Schlossgarten statt?

Im Spätsommer findet das Erlanger Poetenfest an drei Tagen im Schlossgarten statt. Ende Juni feiert die Universität ihr Schlossgartenfest, für das man Karten braucht. Dazu kommen kostenlose Schlossgartenkonzerte an Sonntagen im Sommer.

Darf man im Schlossgarten picknicken?

Die Rasenflächen werden an warmen Tagen intensiv zum Liegen und Picknicken genutzt. Grill und laute Musik passen nicht zu einem Barockgarten, und bei Festen sind Teile des Parks abgesperrt. Aktuelle Regeln vorab bei der Stadt Erlangen prüfen.

Wie groß ist der Schlossgarten heute?

Ursprünglich war der Barockgarten rund 280 Meter breit und 550 Meter lang. Im 19. Jahrhundert wurde er deutlich verkleinert, heute misst er etwa 7 Hektar und ist trotzdem der größte Park der Erlanger Innenstadt.