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Stadt zu Fuß

Erlangen Sehenswürdigkeiten: die Top 10 mit Karte und Museen

Erlangens Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander: Schloss, Schlossgarten, Hugenottenkirche und Altstadt erreichst du vom Hauptbahnhof aus in wenigen Gehminuten, der Burgberg mit Kellern und Skulpturengarten folgt im Norden. Die meisten Ziele kosten keinen Eintritt, das Stadtmuseum und das MedMuseum füllen einen Regentag. Für die Top 10 reicht ein langer Tag.

Lage
Neustadt und Altstadt, alles zu Fuß ab Hauptbahnhof
Zeitbedarf
1 Tag für die Top 10, 2 Tage mit Museen
Eintritt
Plätze, Kirchen, Gärten und Skulpturengarten frei
Museen
Stadtmuseum, Kunstpalais, Siemens Healthineers MedMuseum
Beste Zeit
Mai bis September, Gewächshäuser auch im Winter
Kupferstich-Illustration des Erlanger Schlossplatzes mit barocker Schlossfassade, Brunnen und Bäumen des Schlossgartens
Kupferstich-Illustration des Erlanger Schlossplatzes mit barocker Schlossfassade, Brunnen und Bäumen des SchlossgartensBlatt 01

Karte: die Top 10 auf einen Blick

Schematischer Stadtplan, Norden ist oben. Ein Klick auf eine Nummer führt zum Ort.

Wer in Erlangen Sehenswürdigkeiten sucht, braucht kein Auto und kaum einen Plan: Die barocke Neustadt beginnt direkt vor dem Hauptbahnhof, Schloss und Schlossgarten liegen fünf bis zehn Gehminuten entfernt, und wer weiter nach Norden durch die Altstadt läuft, steht nach einer guten halben Stunde am Fuß des Burgbergs. Die Stadt ist klein genug, um sie an einem Tag zu begreifen, und dicht genug, um an jeder Ecke etwas zu entdecken.

Erlangen ist keine Fachwerkidylle wie Bamberg und keine Kaiserstadt wie Nürnberg. Das Stadtbild prägt eine Planstadt, die Markgraf Christian Ernst ab 1686 für französische Glaubensflüchtlinge anlegen ließ, mit geraden Straßen, einheitlichen Fassaden und großen Plätzen. Nach dem Stadtbrand vom 14. August 1706 wurde auch die Altstadt nach diesen Regeln wieder aufgebaut. Das Ergebnis wirkt nüchtern, fast streng, und genau darin liegt sein Reiz.

Diese Seite stellt die Top 10 der Innenstadt vor, sortiert nach einem sinnvollen Laufweg, dazu die drei wichtigsten Museen mit Öffnungszeiten, eine Tabelle mit Gehzeiten, die eine Karte im Kopf ersetzt, und Vorschläge für Regentage, Familien und Kurzbesuche.

Die Top 10 Erlangen Sehenswürdigkeiten im Überblick

Die folgende Liste ist kein Ranking nach Berühmtheit, sondern nach Lage sortiert. Wer sie von oben nach unten abläuft, geht einen sinnvollen Weg vom Bahnhof bis zum Burgberg, ohne doppelt zu laufen. Welche Sehenswürdigkeiten Erlangen wirklich auszeichnen, merkt man schnell: Es sind weniger einzelne Prachtbauten als das Zusammenspiel von Plätzen, Gärten und Kirchtürmen.

Nr.SehenswürdigkeitLageEintrittZeit vor Ort
1Hugenottenkirche und Hugenottenplatzdirekt am Hauptbahnhoffrei15 bis 20 Minuten
2Markgrafenschloss und SchlossplatzSchlossplatznur außen15 Minuten
3Schlossgarten mit Hugenottenbrunnen und Orangeriehinter dem Schlossfrei45 bis 60 Minuten
4Botanischer Garten und AromagartenLoschgestraße, nördlich des Schlossgartensfrei45 bis 90 Minuten
5Marktplatz und Palais Stutterheim (Kunstpalais)Südseite des MarktplatzesPlätze frei, Ausstellung je nach Programm20 Minuten bis 1 Stunde
6Neustädter Kirche (Universitätskirche)Neustädter Kirchenplatzfrei15 Minuten
7MarkgrafentheaterTheaterplatz 2mit VorstellungskarteAbendprogramm
8Altstadt mit Martin-Luther-Platz und StadtmuseumMartin-Luther-Platz 9Platz frei, Museum siehe unten1 bis 2 Stunden
9Burgberg mit Kellern, Wasserturm und Skulpturengartennördlich der Schwabachfrei1 bis 2 Stunden
10Siemens Healthineers MedMuseumGebbertstraße 1frei1 Stunde

1. Hugenottenkirche und Hugenottenplatz

Der erste Eindruck nach dem Aussteigen ist gleich einer der wichtigsten. Die Hugenottenkirche wurde ab 1686 nach Plänen des markgräflichen Baumeisters Johann Moritz Richter errichtet und 1693 fertiggestellt. Sie gilt als ältestes noch genutztes Gotteshaus von Hugenotten außerhalb Frankreichs. Der rund 52 Meter hohe Turm kam erst 1732 bis 1736 hinzu, oben dreht sich eine Wetterfahne mit goldener Taube. Heute feiert hier die evangelisch-reformierte Gemeinde ihre Gottesdienste.

Der Platz davor ist eher Verkehrsknoten als Schmuckstück, mit Bushaltestellen und Geschäften. Trotzdem lohnt es sich, kurz stehen zu bleiben und die schlichte Fassade anzuschauen. Sie erzählt mehr über den Charakter der Stadt als jede Infotafel.

2. Markgrafenschloss und Schlossplatz

Ein paar Minuten weiter öffnet sich der Schlossplatz, das gute Wohnzimmer Erlangens. Das Markgrafenschloss entstand 1700 bis 1704, zunächst unter Antonio della Porta, vollendet von Gottfried von Gedeler. Markgraf Christian Ernst schenkte es seiner dritten Frau Elisabeth Sophie. Am 14. Januar 1814 brannte das Gebäude innen vollständig aus, nur das Mobiliar ließ sich retten.

Seit 1945 nutzt die Friedrich-Alexander-Universität das Schloss als Verwaltungssitz, für Besucher bleibt es deshalb geschlossen. Die Fassade, das Denkmal für Markgraf Friedrich, den Gründer der Universität, das 1843 zum hundertjährigen Bestehen der Hochschule enthüllt wurde, und das Treiben auf dem Platz reichen aber für eine Pause. Auf dem angrenzenden Marktplatz findet der Wochenmarkt statt.

3. Schlossgarten mit Hugenottenbrunnen und Orangerie

Hinter dem Schloss liegt das Herzstück jeder Besichtigung. Der Schlossgarten misst etwa 280 auf 550 Meter, rund 15 Hektar, und wurde ab etwa 1700 angelegt. Er gilt als eine der ersten barocken Gartenanlagen Frankens und ist seit dem 11. Juni 1849 öffentlich zugänglich.

Drei Dinge solltest du dort nicht verpassen:

  • den Hugenottenbrunnen von Elias Räntz aus dem Jahr 1706, ein Felsenkegel mit Hugenottenfamilien, antiken Göttern und dem Markgrafen, in einem ovalen Becken von etwa 29 auf 19,5 Metern,
  • das Reiterstandbild des Markgrafen, das Räntz 1711/12 aus einem einzigen Sandsteinblock schlug, mit einem Türken und der Figur des Neides unter dem Pferd,
  • die Orangerie, 1704 bis 1706 von Gottfried von Gedeler gebaut, ursprünglich Überwinterungshaus für Pomeranzen, heute Sitz der Institute für Kirchenmusik und Kunstgeschichte und Ort für Konzerte.

An Sommerabenden ist der Garten voller Studierender, Familien und Menschen mit Picknickdecken. Ende Juni findet hier das Schlossgartenfest statt, im August das Poetenfest.

4. Botanischer Garten und Aromagarten

Nördlich schließt der Botanische Garten der Universität an. Gegründet 1770, liegt er seit 1826 am heutigen Ort und zeigt auf rund zwei Hektar etwa 4.000 Pflanzenarten. Die Gewächshäuser wurden 1961 bis 1963 neu gebaut und haben rund 1.510 Quadratmeter Grundfläche, darunter ein Alpinum, ein Kanarenhaus und Häuser für Sukkulenten und Kakteen. Eine Besonderheit ist die Neischl-Grotte, eine künstliche Tropfsteinhöhle von 1907.

Der Eintritt ist frei. Das Freiland ist von Mitte April bis September von 8 bis 17.30 Uhr geöffnet, von Oktober bis März von 8 bis 16 Uhr, die Gewächshäuser dienstags bis sonntags von 9.30 bis 15.30 Uhr. Der Aromagarten, seit 1990 vom Botanischen Garten betreut, liegt an der Palmsanlage und ist mit Duft- und Heilpflanzen ein ruhiger Abstecher.

5. Marktplatz und Palais Stutterheim

Zurück Richtung Süden grenzt der Marktplatz direkt an den Schlossplatz, zusammen bilden sie die größte Freifläche der Innenstadt. An der Südseite steht das Palais Stutterheim, erbaut 1728 bis 1730 vermutlich nach Plänen von Wenzel Perner für den Geheimen Rat Christian Hieronymus von Stutterheim. Es gilt als bedeutendstes barockes Adelspalais der Stadt und war von 1836 bis 1971 Rathaus.

Heute sitzen darin die Stadtbibliothek und das Kunstpalais, die städtische Galerie für zeitgenössische Kunst. Das Kunstpalais öffnet in der Regel dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, zwischen zwei Ausstellungen kann es aber geschlossen sein.

6. Neustädter Kirche

Der höchste Kirchturm Erlangens misst rund 60 Meter und gehört zur Neustädter Kirche, die seit 1837 auch Universitätskirche heißt. Gebaut wurde ab 1722 nach Plänen, die Johann David Räntz zugeschrieben werden, geweiht am 8. Dezember 1737. Der Turm wurde erst 1830 fertig. Auffällig sind die unverputzten Sandsteinquader, die der Kirche eine fast rohe Wirkung geben.

Zusammen mit der Hugenottenkirche und der Altstädter Dreifaltigkeitskirche gehört sie zu den drei großen Kirchen, die den barocken Stadtplan gliedern. Wer von der Hauptstraße aus nach oben schaut, sieht mindestens zwei der drei Türme, und an ihnen lässt sich die Orientierung in der Innenstadt leicht festmachen. Bei Gottesdiensten und Konzerten bitte zurückhaltend besichtigen.

7. Markgrafentheater

Am Theaterplatz versteckt sich hinter einer unauffälligen Fassade ein Juwel. Das Markgrafentheater wurde 1715 bis 1719 gebaut, Giovanni Paolo Gaspari gestaltete den Innenraum 1743/44 neu. Es gilt als ältestes noch bespieltes Barocktheater Süddeutschlands. Rund 570 Plätze verteilen sich auf einen hufeisenförmigen Saal mit drei Rängen.

Hineinzukommen klappt am zuverlässigsten mit einer Karte für eine Vorstellung des Theaters Erlangen. Auch das Internationale Figurentheaterfestival und das Poetenfest nutzen den Saal.

8. Altstadt mit Martin-Luther-Platz und Stadtmuseum

Über die Hauptstraße geht es nach Norden in die Altstadt. Sie ist älter als die Neustadt, sieht nach dem Wiederaufbau ab 1706 aber ähnlich aus. Am Martin-Luther-Platz stehen die Altstädter Dreifaltigkeitskirche und das Altstädter Rathaus, ein Barockbau von 1733/40, in dem seit 1964 das Stadtmuseum sitzt. Mehr zu Gassen, Plätzen und Läden steht im eigenen Beitrag zur Altstadt.

9. Burgberg mit Kellern, Wasserturm und Skulpturengarten

Jenseits der Schwabach steigt der Burgberg auf 332 Meter an, rund 50 Meter über der Innenstadt. In seinen Hang sind 16 Felsenkeller gegraben, über 150 Jahre ab dem späten 17. Jahrhundert entstanden, mit einem Gangsystem von mehr als 21 Kilometern. An diesen Kellern feiert Erlangen seit 1755 die Bergkirchweih, zwölf Tage rund um Pfingsten.

Außerhalb der Festzeit ist der Berg ein ruhiger Ort, an manchen Werktagen fast verlassen. Wer die Bergkirchweih nur aus Erzählungen kennt, ist überrascht, wie schmal die Straße zwischen den Kellern eigentlich ist. Zwölf Tage im Jahr drängen sich hier Zehntausende, den Rest des Jahres gehört der Hang Spaziergängern und Hundebesitzern. Am Südhang liegt seit 1982 der Heinrich-Kirchner-Skulpturengarten mit 17 großen Bronzefiguren auf rund 30.000 Quadratmetern, der Eintritt ist frei. Geschlossen ist er während der Bergkirchweih, an Silvester und im Winter je nach Witterung. Weiter oben steht der Wasserturm, 1904/05 gebaut und 36 Meter hoch, der wie ein mittelalterlicher Bergfried aussieht und von vielen Stellen der Stadt aus zu sehen ist.

Unter dem Berg verläuft übrigens der Burgbergtunnel, 1841 bis 1844 für die Bahn Nürnberg-Bamberg gegraben und gut 306 Meter lang. Er gilt als erster Eisenbahntunnel Bayerns, wer mit dem Zug nach Norden fährt, rauscht einmal hindurch.

10. Siemens Healthineers MedMuseum

Das jüngste Ziel der Liste erklärt, warum Erlangen bis heute eine Stadt der Medizintechnik ist. Das Siemens Healthineers MedMuseum an der Gebbertstraße 1 zeigt Röntgenröhren, Ultraschall und Großgeräte aus über einem Jahrhundert. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei, die Ausstellung ist barrierefrei. Gegenüber hält der Bus an der Haltestelle Zollhaus.

Warum Erlangen so aussieht: Stadtgeschichte in Kürze

Wer in Erlangen Sehenswürdigkeiten besichtigt, ohne die Geschichte zu kennen, wundert sich vielleicht über die schnurgeraden Straßen. Die Erklärung beginnt lange vor dem Barock. Erlangen wird 1002 erstmals urkundlich erwähnt, 1361 kaufte Kaiser Karl IV. den Ort vom Bamberger Bischof, und 1398 erhob König Wenzel ihn zur Stadt. Über Jahrhunderte blieb Erlangen ein Landstädtchen ohne große Bedeutung, im Dreißigjährigen Krieg schwer getroffen.

Die Wende kam mit dem Edikt von Fontainebleau, mit dem Ludwig XIV. 1685 den französischen Protestanten den Schutz entzog. Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth nahm die Flüchtlinge auf, ab dem 17. Mai 1686 trafen sie ein. Für sie entstand südlich der alten Stadt eine komplette Neustadt am Reißbrett, deren Grundriss dem Hofbaumeister Johann Moritz Richter zugeschrieben wird und nach den Proportionen des Goldenen Schnitts angelegt sein soll.

JahrEreignisWas du heute davon siehst
1002erste urkundliche Erwähnungnichts Sichtbares, aber der Grund für die Feier 2002
1686Ankunft der Hugenotten, Gründung der NeustadtHugenottenkirche, Straßenraster der Neustadt
1700 bis 1704Bau des SchlossesMarkgrafenschloss am Schlossplatz
1706Stadtbrand der Altstadt, Wiederaufbau im Neustadtstileinheitliche Fassaden rund um den Martin-Luther-Platz
1743Gründung der UniversitätSchloss als Universitätsverwaltung, Botanischer Garten
1755erste Bergkirchweih an den KellernFestgelände am Burgberg
1812Vereinigung von Alt- und Neustadteine Stadt mit zwei Kernen
1974über 100.000 EinwohnerGroßstadt mit Kleinstadtmaßen

Als die Altstadt am 14. August 1706 abbrannte, wurde sie nach dem Vorbild der Neustadt wieder aufgebaut. Seitdem bilden beide Teile ein fast einheitliches Bild, und erst 1812 wurden sie auch verwaltungsmäßig zu einer Stadt. Die Universität, 1743 gegründet, und später Siemens prägten die nächsten zwei Jahrhunderte. Heute leben in Erlangen rund 116.000 Menschen, die Stadt ist also groß genug für ein dichtes Kulturangebot und klein genug, um alles zu Fuß zu schaffen.

Das erklärt auch, warum die Top 10 dieser Seite fast alle aus dem frühen 18. Jahrhundert stammen. Schloss, Schlossgarten, Orangerie, Markgrafentheater, Palais Stutterheim und Neustädter Kirche entstanden innerhalb von etwa 40 Jahren. Wenige Städte zeigen eine einzige Epoche so geschlossen.

Museen in Erlangen: was sich wirklich lohnt

Wie viele Museen Erlangen hat, hängt davon ab, was man mitzählt: Neben den drei großen Häusern gibt es Sammlungen der Universität, die oft nur zu bestimmten Zeiten öffnen. Für Besucher sind die folgenden drei Museen am verlässlichsten zugänglich. Welche Museen Erlangen ausmachen, zeigt schon die Mischung: Stadtgeschichte, Gegenwartskunst und Industriegeschichte, also genau die drei Seiten der Stadt.

MuseumAdresseÖffnungszeitenEintritt
Stadtmuseum ErlangenMartin-Luther-Platz 9Di, Mi, Fr 9 bis 17 Uhr, Do 9 bis 20 Uhr, Sa, So und Feiertage 11 bis 17 Uhr, Mo geschlossenDo ab 17 Uhr frei, sonst Preise beim Museum
KunstpalaisMarktplatz 1, im Palais StutterheimDi bis So 10 bis 18 Uhr, zwischen Ausstellungen zeitweise geschlossenje nach Ausstellung
Siemens Healthineers MedMuseumGebbertstraße 1Mo bis Fr 10 bis 17 Uhr, Wochenende und Feiertage geschlossenfrei

Aktuelle Zeiten vorab beim Betreiber prüfen, vor allem an Feiertagen und in den Wochen zwischen zwei Ausstellungen.

Stadtmuseum

Das Stadtmuseum hat seine Wurzeln in einem Museumsverein von 1865 und zog 1964 ins Altstädter Rathaus. Auf rund 1.000 Quadratmetern, davon 650 für die Dauerausstellung, geht es von der Vorgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. Ein Highlight ist die Wächterfigur des Kosbacher Altars aus der Hallstattzeit, um 500 vor Christus. Spannend sind auch die Abteilungen zu den Handwerken der Hugenotten, etwa Strumpfwirkerei, Handschuhmacherei und Teppichweberei. Wechselausstellungen widmen sich oft Fotografie oder Comics, was in einer Stadt mit eigenem Comic-Salon kein Zufall ist.

Kunstpalais

Das Kunstpalais zeigt keine Dauerausstellung, sondern wechselnde Schauen zeitgenössischer Kunst. Das macht jeden Besuch anders, manchmal aber auch schwer planbar. Ein kurzer Blick ins Programm vor der Reise erspart eine geschlossene Tür.

MedMuseum

Auch ohne technisches Vorwissen funktioniert das MedMuseum gut, weil es Geräte in Geschichten über Patienten und Ärzte einbettet. Führungen für Gruppen lassen sich buchen, für Schulklassen und Studierendengruppen sind sie kostenlos. Einziger Haken: am Wochenende ist zu.

Die Sehenswürdigkeiten auf der Karte: Wege und Gehzeiten

Auf einer Karte sieht Erlangens Innenstadt aus wie ein Rechteck mit einem Anhängsel im Norden. Unten liegt der Hauptbahnhof, in der Mitte Schloss, Markt und Schlossgarten, oben die Altstadt, und hinter der Schwabach erhebt sich der Burgberg. Die Gehzeiten in der Tabelle sind gemütlich gerechnet, mit Ampeln und ohne Eile.

VonNachGehzeit etwa
HauptbahnhofHugenottenplatz2 Minuten
HugenottenplatzSchlossplatz5 Minuten
SchlossplatzHugenottenbrunnen im Schlossgarten5 Minuten
SchlossgartenBotanischer Garten5 Minuten
SchlossplatzMartin-Luther-Platz (Altstadt)10 Minuten
Martin-Luther-PlatzBergkirchweih-Gelände am Burgberg10 bis 15 Minuten
HauptbahnhofMedMuseum (Gebbertstraße)per Bus oder rund 25 Minuten zu Fuß

Mit diesen Sehenswürdigkeiten Erlangen in der Reihenfolge der Tabelle zu erkunden, spart Wege. Wer lieber eine fertige Route mit Stationen, Längenangaben und Varianten für Regen oder Kinder möchte, findet sie bei den Rundgängen durch Erlangen.

Erlangen an einem Tag: ein Vorschlag

Der Vormittag gehört der Neustadt. Start am Hauptbahnhof gegen 10 Uhr, Hugenottenkirche, dann Schlossplatz und Marktplatz mit Palais Stutterheim. Danach eine Stunde Schlossgarten, mit dem Hugenottenbrunnen als Mittelpunkt und einem Abstecher in die Orangerie, falls offen. Mittags bietet die Hauptstraße genug Auswahl, von der Bäckerei bis zum fränkischen Wirtshaus.

Am frühen Nachmittag geht es in den Botanischen Garten, die Gewächshäuser schließen schon um 15.30 Uhr. Danach Neustädter Kirche und weiter Richtung Altstadt, mit einer Stunde im Stadtmuseum. Den Abschluss bildet der Burgberg, am schönsten am späten Nachmittag, wenn die Sonne flach auf den Skulpturengarten fällt.

So ein Tag ist voll, aber nicht gehetzt. In Erlangen Sehenswürdigkeiten auf diese Weise zu verbinden, heißt auch, zweimal am Schlossplatz vorbeizukommen, einmal am Morgen und einmal am Nachmittag, wenn das Licht auf die Schlossfassade fällt. Gerade dieser zweite Blick zeigt, wie sehr der Platz vom Tageslauf lebt. Wer zwei Tage hat, verlegt das Museum auf den zweiten Tag und ergänzt das MedMuseum oder einen Ausflug in den Tennenloher Forst.

Tipp: Wer am Donnerstag in der Stadt ist, kann das Stadtmuseum auf den Abend legen, dann ist ab 17 Uhr der Eintritt frei.

In Erlangen Sehenswürdigkeiten mit Kindern, bei Regen und im Winter

Nicht jeder Tag ist ein Sommertag im Schlossgarten. Die folgende Übersicht hilft bei der Auswahl je nach Wetter und Begleitung.

SituationGute WahlWarum
Mit KindernSkulpturengarten, Schlossgarten, GewächshäuserPlatz zum Laufen, riesige Figuren, Kakteen und Tropenpflanzen
Bei RegenStadtmuseum, Kunstpalais, MedMuseum, Gewächshäuseralles überdacht und in der Innenstadt
Im WinterMuseen, Kirchen, WeihnachtsmarktGärten sind kahl, Skulpturengarten je nach Schnee geschlossen
Am WochenendeStadtmuseum, Gärten, BurgbergMedMuseum hat Sa und So zu
Mit wenig ZeitHugenottenplatz, Schlossplatz, Schlossgartenalles in 30 Minuten ab Bahnhof

Für Familien lohnt außerdem ein halber Tag im Walderlebniszentrum Tennenlohe im Süden der Stadt. Dort leben Przewalski-Pferde im Tennenloher Forst, der Eintritt ist frei, und der Naturerlebnispfad ist auch außerhalb der Öffnungszeiten begehbar.

Bei Regen lässt sich ein Museumstag gut mit einem Theaterabend im Markgrafentheater verbinden. Wer dagegen Sonne hat, sollte den Burgberg nicht für den Schluss aufheben, wenn die Kraft schon nachlässt, sondern ihn eher in die Mitte des Tages legen.

Weitere Sehenswürdigkeiten außerhalb der Top 10

Die Top 10 decken die Innenstadt ab und passen in einen Tag. Wer länger bleibt oder bestimmte Interessen hat, findet weitere Ziele, die eine Erwähnung verdienen, auch wenn sie nicht in jeden Tagesplan passen.

Herz-Jesu-Kirche. Die katholische Kirche am Katholischen Kirchenplatz, am Nordostrand der Altstadt nahe Schlossgarten und Universitätsgebäuden, entstand in zwei Abschnitten 1849/50 und 1895/96. Ihr Stil ist der Rundbogenstil, eine Münchner Spielart zwischen Klassizismus und Neuromanik. Sie wirkt nach den barocken Neustadtkirchen wie ein bewusster Kontrast.

Altstädter Dreifaltigkeitskirche. Am Martin-Luther-Platz gelegen, mit dem Stadtmuseum direkt gegenüber. Wer die Altstadt besucht, kommt ohnehin vorbei.

Dechsendorfer Weiher. Rund acht Kilometer nordwestlich der Innenstadt liegt der größte Weiher der Stadt, im Sommer Badesee, im Winter bei Frost manchmal Eisfläche. Für Sightseeing ist er kein Pflichtprogramm, für einen heißen Nachmittag aber die beste Ergänzung.

Bierkeller und Brauereigeschichte. Erlangen war einmal eine der großen Bierstädte Bayerns. Die Keller am Burgberg sind außerhalb der Bergkirchweih meist verschlossen, einige Biergärten öffnen aber in der Saison.

Wer übrigens erst einmal Ausschau nach einer Unterkunft in Laufweite hält, wird in der Neustadt und am Burgberg am ehesten fündig, Hinweise nach Stadtteil stehen bei den Unterkünften in Erlangen.

Praktisches für den Besuch

Die Innenstadt ist flach, mit Ausnahme des Burgbergs, dessen Wege zum Teil steil und gepflastert sind. Kinderwagen kommen überall in der Neustadt gut voran, am Burgberg wird es mühsamer. Das MedMuseum ist ausdrücklich barrierefrei, bei den barocken Gebäuden lohnt eine Nachfrage.

Viele Ziele der Top 10 haben keine Öffnungszeiten im engeren Sinn: Plätze, Fassaden und der Schlossgarten sind jederzeit zugänglich, Kirchen meist tagsüber. Feste Zeiten gelten für Museen, Gewächshäuser, den Skulpturengarten und das Theater. Montags ist das Stadtmuseum geschlossen, am Wochenende das MedMuseum, und an Feiertagen lohnt ein Blick auf die Websites. Wer einen Montag in Erlangen verbringt, legt den Schwerpunkt also auf Gärten und Architektur.

Wer mit dem Auto anreist, stellt es am besten in einem der Parkhäuser am Rand der Innenstadt ab und läuft. Für Bahnreisende ist Erlangen ideal: Der ICE hält am Hauptbahnhof, und die erste Sehenswürdigkeit steht direkt vor der Tür. Details zu Zügen, VGN-Tickets und Parkhäusern sammelt die Seite Anreise und Parken.

Eine Bemerkung am Rand: Viele Besucher unterschätzen, wie stark die Universität das Stadtleben prägt. In den Semesterferien wirken Schlossgarten und Hauptstraße spürbar leerer, während der Vorlesungszeit sind die Cafés am Nachmittag oft voll. Für Sightseeing ist der Spätsommer deshalb besonders angenehm, wenn die Tage lang sind und die Stadt etwas durchatmet.

Stand: September 2026

Häufige Fragen: Stadt zu Fuß

Kurze Antworten auf das, was vor dem Besuch am häufigsten gefragt wird.

Welche Erlangen Sehenswürdigkeiten sollte man an einem Tag gesehen haben?

Für einen Tag reichen Schlossplatz mit Markgrafenschloss, Schlossgarten mit Hugenottenbrunnen, Hugenottenkirche, Marktplatz mit Palais Stutterheim, Neustädter Kirche, Altstadt mit Martin-Luther-Platz und zum Abschluss der Burgberg. Alles liegt zu Fuß erreichbar zwischen Hauptbahnhof und Burgberg. Mit einem Museum dazu wird es ein voller, aber machbarer Tag.

Sind die Sehenswürdigkeiten in Erlangen kostenlos?

Die meisten ja: Plätze, Kirchen außerhalb der Gottesdienste, der Schlossgarten, der Botanische Garten und der Heinrich-Kirchner-Skulpturengarten kosten keinen Eintritt. Auch das Siemens Healthineers MedMuseum ist frei. Beim Stadtmuseum und beim Kunstpalais lohnt der Blick auf die aktuellen Preise und Aktionen.

Kann man das Markgrafenschloss von innen besichtigen?

Nein. Das Schloss wurde 1814 durch einen Brand innen zerstört und dient seit 1945 der Universität als Verwaltungssitz, Innenräume sind nicht öffentlich zugänglich. Sehenswert ist die Fassade zum Schlossplatz und die Gartenseite zum Schlossgarten.

Welche Museen in Erlangen lohnen sich?

Das Stadtmuseum im Altstädter Rathaus am Martin-Luther-Platz erzählt die Stadtgeschichte von der Vorgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. Das Kunstpalais im Palais Stutterheim zeigt zeitgenössische Kunst. Das Siemens Healthineers MedMuseum an der Gebbertstraße widmet sich der Medizintechnik und ist kostenlos.

Wie lange braucht man zu Fuß vom Hauptbahnhof zum Schloss?

Nur wenige Minuten. Der Hugenottenplatz liegt direkt vor dem Bahnhof, von dort geht es über die Hauptstraße oder durch die Friedrichstraße zum Schlossplatz. Wer gemütlich geht, ist in etwa fünf bis zehn Minuten da.

Was ist der Hugenottenbrunnen?

Der Hugenottenbrunnen steht im Schlossgarten und wurde 1706 vom Bildhauer Elias Räntz geschaffen. Auf einem kegelförmigen Felsaufbau zeigt er Hugenottenfamilien, antike Gottheiten und Markgraf Christian Ernst. Das ovale Becken misst rund 29 auf 19,5 Meter.

Was hat es mit den Hugenotten in Erlangen auf sich?

Ab 1686 nahm Markgraf Christian Ernst französische Glaubensflüchtlinge auf und ließ für sie die Neustadt als Planstadt anlegen. Die Hugenottenkirche am Hugenottenplatz wurde ab 1686 gebaut und gilt als ältestes noch genutztes Gotteshaus von Hugenotten außerhalb Frankreichs. Viele Handwerke, etwa Strumpfwirkerei und Handschuhmacherei, kamen mit ihnen in die Stadt.

Wo ist der Burgberg und was gibt es dort zu sehen?

Der Burgberg liegt nördlich der Altstadt jenseits der Schwabach und erreicht 332 Meter. Dort finden sich die Bierkeller der Bergkirchweih, der Heinrich-Kirchner-Skulpturengarten mit 17 Bronzefiguren und der 36 Meter hohe Wasserturm von 1904/05. Unter dem Berg verläuft der Burgbergtunnel, der erste Eisenbahntunnel Bayerns.

Welche Sehenswürdigkeiten in Erlangen eignen sich bei Regen?

Bei Regen bieten sich das Stadtmuseum, das Kunstpalais, das MedMuseum (montags bis freitags) und die Gewächshäuser des Botanischen Gartens an. Auch die großen Kirchen der Neustadt lassen sich gut kombinieren. Ein Theaterbesuch im Markgrafentheater rundet einen nassen Tag ab.

Welche Sehenswürdigkeiten passen für Kinder?

Kinder mögen den weitläufigen Schlossgarten, die riesigen Bronzefiguren im Skulpturengarten am Burgberg und die Kakteen und Tropenpflanzen in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens. Etwas außerhalb liegt das Walderlebniszentrum Tennenlohe mit Wildpferden im Tennenloher Forst, der Eintritt dort ist frei.

Gibt es eine Karte der Sehenswürdigkeiten in Erlangen?

Auf dieser Seite findest du die Top 10 mit Lage und Gehzeiten in der Reihenfolge eines Rundgangs, damit lässt sich jede digitale Karte schnell bestücken. Für fertige Routen mit Stationen und Längenangaben eignen sich die Rundgänge dieses Stadtführers.

Wann ist der Botanische Garten geöffnet?

Das Freiland an der Loschgestraße ist von Mitte April bis September von 8 bis 17.30 Uhr geöffnet, von Oktober bis März von 8 bis 16 Uhr. Die Gewächshäuser öffnen dienstags bis sonntags von 9.30 bis 15.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, angeleinte Hunde sind erlaubt.

Was ist das Markgrafentheater?

Das Markgrafentheater am Theaterplatz wurde 1715 bis 1719 gebaut und gilt als ältestes bespieltes Barocktheater Süddeutschlands. Der hufeisenförmige Zuschauerraum mit drei Rängen fasst heute rund 570 Plätze. Hineinzukommen klappt am besten mit einer Karte für eine Vorstellung.

Lohnt sich die Herz-Jesu-Kirche?

Für Architekturinteressierte ja. Die katholische Kirche am Katholischen Kirchenplatz entstand in zwei Phasen 1849/50 und 1895/96 im Rundbogenstil, einer Münchner Spielart zwischen Klassizismus und Neuromanik. Sie liegt nah am Schlossgarten und passt gut in einen Rundgang.

Wann ist die beste Reisezeit für Erlangen?

Von Mai bis September sind Gärten, Burgberg und Plätze am schönsten, zu Pfingsten kommt die Bergkirchweih hinzu, die die Stadt allerdings sehr voll macht. Wer Ruhe sucht, wählt Juni, Juli oder September außerhalb der Festtage. Im Winter lohnen Museen, Gewächshäuser und der Weihnachtsmarkt.