Karte: die Top 10 auf einen Blick
Schematischer Stadtplan, Norden ist oben. Ein Klick auf eine Nummer führt zum Ort.
Wer in Erlangen Sehenswürdigkeiten sucht, braucht kein Auto und kaum einen Plan: Die barocke Neustadt beginnt direkt vor dem Hauptbahnhof, Schloss und Schlossgarten liegen fünf bis zehn Gehminuten entfernt, und wer weiter nach Norden durch die Altstadt läuft, steht nach einer guten halben Stunde am Fuß des Burgbergs. Die Stadt ist klein genug, um sie an einem Tag zu begreifen, und dicht genug, um an jeder Ecke etwas zu entdecken.
Erlangen ist keine Fachwerkidylle wie Bamberg und keine Kaiserstadt wie Nürnberg. Das Stadtbild prägt eine Planstadt, die Markgraf Christian Ernst ab 1686 für französische Glaubensflüchtlinge anlegen ließ, mit geraden Straßen, einheitlichen Fassaden und großen Plätzen. Nach dem Stadtbrand vom 14. August 1706 wurde auch die Altstadt nach diesen Regeln wieder aufgebaut. Das Ergebnis wirkt nüchtern, fast streng, und genau darin liegt sein Reiz.
Diese Seite stellt die Top 10 der Innenstadt vor, sortiert nach einem sinnvollen Laufweg, dazu die drei wichtigsten Museen mit Öffnungszeiten, eine Tabelle mit Gehzeiten, die eine Karte im Kopf ersetzt, und Vorschläge für Regentage, Familien und Kurzbesuche.
Die Top 10 Erlangen Sehenswürdigkeiten im Überblick
Die folgende Liste ist kein Ranking nach Berühmtheit, sondern nach Lage sortiert. Wer sie von oben nach unten abläuft, geht einen sinnvollen Weg vom Bahnhof bis zum Burgberg, ohne doppelt zu laufen. Welche Sehenswürdigkeiten Erlangen wirklich auszeichnen, merkt man schnell: Es sind weniger einzelne Prachtbauten als das Zusammenspiel von Plätzen, Gärten und Kirchtürmen.
| Nr. | Sehenswürdigkeit | Lage | Eintritt | Zeit vor Ort |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Hugenottenkirche und Hugenottenplatz | direkt am Hauptbahnhof | frei | 15 bis 20 Minuten |
| 2 | Markgrafenschloss und Schlossplatz | Schlossplatz | nur außen | 15 Minuten |
| 3 | Schlossgarten mit Hugenottenbrunnen und Orangerie | hinter dem Schloss | frei | 45 bis 60 Minuten |
| 4 | Botanischer Garten und Aromagarten | Loschgestraße, nördlich des Schlossgartens | frei | 45 bis 90 Minuten |
| 5 | Marktplatz und Palais Stutterheim (Kunstpalais) | Südseite des Marktplatzes | Plätze frei, Ausstellung je nach Programm | 20 Minuten bis 1 Stunde |
| 6 | Neustädter Kirche (Universitätskirche) | Neustädter Kirchenplatz | frei | 15 Minuten |
| 7 | Markgrafentheater | Theaterplatz 2 | mit Vorstellungskarte | Abendprogramm |
| 8 | Altstadt mit Martin-Luther-Platz und Stadtmuseum | Martin-Luther-Platz 9 | Platz frei, Museum siehe unten | 1 bis 2 Stunden |
| 9 | Burgberg mit Kellern, Wasserturm und Skulpturengarten | nördlich der Schwabach | frei | 1 bis 2 Stunden |
| 10 | Siemens Healthineers MedMuseum | Gebbertstraße 1 | frei | 1 Stunde |
1. Hugenottenkirche und Hugenottenplatz
Der erste Eindruck nach dem Aussteigen ist gleich einer der wichtigsten. Die Hugenottenkirche wurde ab 1686 nach Plänen des markgräflichen Baumeisters Johann Moritz Richter errichtet und 1693 fertiggestellt. Sie gilt als ältestes noch genutztes Gotteshaus von Hugenotten außerhalb Frankreichs. Der rund 52 Meter hohe Turm kam erst 1732 bis 1736 hinzu, oben dreht sich eine Wetterfahne mit goldener Taube. Heute feiert hier die evangelisch-reformierte Gemeinde ihre Gottesdienste.
Der Platz davor ist eher Verkehrsknoten als Schmuckstück, mit Bushaltestellen und Geschäften. Trotzdem lohnt es sich, kurz stehen zu bleiben und die schlichte Fassade anzuschauen. Sie erzählt mehr über den Charakter der Stadt als jede Infotafel.
2. Markgrafenschloss und Schlossplatz
Ein paar Minuten weiter öffnet sich der Schlossplatz, das gute Wohnzimmer Erlangens. Das Markgrafenschloss entstand 1700 bis 1704, zunächst unter Antonio della Porta, vollendet von Gottfried von Gedeler. Markgraf Christian Ernst schenkte es seiner dritten Frau Elisabeth Sophie. Am 14. Januar 1814 brannte das Gebäude innen vollständig aus, nur das Mobiliar ließ sich retten.
Seit 1945 nutzt die Friedrich-Alexander-Universität das Schloss als Verwaltungssitz, für Besucher bleibt es deshalb geschlossen. Die Fassade, das Denkmal für Markgraf Friedrich, den Gründer der Universität, das 1843 zum hundertjährigen Bestehen der Hochschule enthüllt wurde, und das Treiben auf dem Platz reichen aber für eine Pause. Auf dem angrenzenden Marktplatz findet der Wochenmarkt statt.
3. Schlossgarten mit Hugenottenbrunnen und Orangerie
Hinter dem Schloss liegt das Herzstück jeder Besichtigung. Der Schlossgarten misst etwa 280 auf 550 Meter, rund 15 Hektar, und wurde ab etwa 1700 angelegt. Er gilt als eine der ersten barocken Gartenanlagen Frankens und ist seit dem 11. Juni 1849 öffentlich zugänglich.
Drei Dinge solltest du dort nicht verpassen:
- den Hugenottenbrunnen von Elias Räntz aus dem Jahr 1706, ein Felsenkegel mit Hugenottenfamilien, antiken Göttern und dem Markgrafen, in einem ovalen Becken von etwa 29 auf 19,5 Metern,
- das Reiterstandbild des Markgrafen, das Räntz 1711/12 aus einem einzigen Sandsteinblock schlug, mit einem Türken und der Figur des Neides unter dem Pferd,
- die Orangerie, 1704 bis 1706 von Gottfried von Gedeler gebaut, ursprünglich Überwinterungshaus für Pomeranzen, heute Sitz der Institute für Kirchenmusik und Kunstgeschichte und Ort für Konzerte.
An Sommerabenden ist der Garten voller Studierender, Familien und Menschen mit Picknickdecken. Ende Juni findet hier das Schlossgartenfest statt, im August das Poetenfest.
4. Botanischer Garten und Aromagarten
Nördlich schließt der Botanische Garten der Universität an. Gegründet 1770, liegt er seit 1826 am heutigen Ort und zeigt auf rund zwei Hektar etwa 4.000 Pflanzenarten. Die Gewächshäuser wurden 1961 bis 1963 neu gebaut und haben rund 1.510 Quadratmeter Grundfläche, darunter ein Alpinum, ein Kanarenhaus und Häuser für Sukkulenten und Kakteen. Eine Besonderheit ist die Neischl-Grotte, eine künstliche Tropfsteinhöhle von 1907.
Der Eintritt ist frei. Das Freiland ist von Mitte April bis September von 8 bis 17.30 Uhr geöffnet, von Oktober bis März von 8 bis 16 Uhr, die Gewächshäuser dienstags bis sonntags von 9.30 bis 15.30 Uhr. Der Aromagarten, seit 1990 vom Botanischen Garten betreut, liegt an der Palmsanlage und ist mit Duft- und Heilpflanzen ein ruhiger Abstecher.
5. Marktplatz und Palais Stutterheim
Zurück Richtung Süden grenzt der Marktplatz direkt an den Schlossplatz, zusammen bilden sie die größte Freifläche der Innenstadt. An der Südseite steht das Palais Stutterheim, erbaut 1728 bis 1730 vermutlich nach Plänen von Wenzel Perner für den Geheimen Rat Christian Hieronymus von Stutterheim. Es gilt als bedeutendstes barockes Adelspalais der Stadt und war von 1836 bis 1971 Rathaus.
Heute sitzen darin die Stadtbibliothek und das Kunstpalais, die städtische Galerie für zeitgenössische Kunst. Das Kunstpalais öffnet in der Regel dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, zwischen zwei Ausstellungen kann es aber geschlossen sein.
6. Neustädter Kirche
Der höchste Kirchturm Erlangens misst rund 60 Meter und gehört zur Neustädter Kirche, die seit 1837 auch Universitätskirche heißt. Gebaut wurde ab 1722 nach Plänen, die Johann David Räntz zugeschrieben werden, geweiht am 8. Dezember 1737. Der Turm wurde erst 1830 fertig. Auffällig sind die unverputzten Sandsteinquader, die der Kirche eine fast rohe Wirkung geben.
Zusammen mit der Hugenottenkirche und der Altstädter Dreifaltigkeitskirche gehört sie zu den drei großen Kirchen, die den barocken Stadtplan gliedern. Wer von der Hauptstraße aus nach oben schaut, sieht mindestens zwei der drei Türme, und an ihnen lässt sich die Orientierung in der Innenstadt leicht festmachen. Bei Gottesdiensten und Konzerten bitte zurückhaltend besichtigen.
7. Markgrafentheater
Am Theaterplatz versteckt sich hinter einer unauffälligen Fassade ein Juwel. Das Markgrafentheater wurde 1715 bis 1719 gebaut, Giovanni Paolo Gaspari gestaltete den Innenraum 1743/44 neu. Es gilt als ältestes noch bespieltes Barocktheater Süddeutschlands. Rund 570 Plätze verteilen sich auf einen hufeisenförmigen Saal mit drei Rängen.
Hineinzukommen klappt am zuverlässigsten mit einer Karte für eine Vorstellung des Theaters Erlangen. Auch das Internationale Figurentheaterfestival und das Poetenfest nutzen den Saal.
8. Altstadt mit Martin-Luther-Platz und Stadtmuseum
Über die Hauptstraße geht es nach Norden in die Altstadt. Sie ist älter als die Neustadt, sieht nach dem Wiederaufbau ab 1706 aber ähnlich aus. Am Martin-Luther-Platz stehen die Altstädter Dreifaltigkeitskirche und das Altstädter Rathaus, ein Barockbau von 1733/40, in dem seit 1964 das Stadtmuseum sitzt. Mehr zu Gassen, Plätzen und Läden steht im eigenen Beitrag zur Altstadt.
9. Burgberg mit Kellern, Wasserturm und Skulpturengarten
Jenseits der Schwabach steigt der Burgberg auf 332 Meter an, rund 50 Meter über der Innenstadt. In seinen Hang sind 16 Felsenkeller gegraben, über 150 Jahre ab dem späten 17. Jahrhundert entstanden, mit einem Gangsystem von mehr als 21 Kilometern. An diesen Kellern feiert Erlangen seit 1755 die Bergkirchweih, zwölf Tage rund um Pfingsten.
Außerhalb der Festzeit ist der Berg ein ruhiger Ort, an manchen Werktagen fast verlassen. Wer die Bergkirchweih nur aus Erzählungen kennt, ist überrascht, wie schmal die Straße zwischen den Kellern eigentlich ist. Zwölf Tage im Jahr drängen sich hier Zehntausende, den Rest des Jahres gehört der Hang Spaziergängern und Hundebesitzern. Am Südhang liegt seit 1982 der Heinrich-Kirchner-Skulpturengarten mit 17 großen Bronzefiguren auf rund 30.000 Quadratmetern, der Eintritt ist frei. Geschlossen ist er während der Bergkirchweih, an Silvester und im Winter je nach Witterung. Weiter oben steht der Wasserturm, 1904/05 gebaut und 36 Meter hoch, der wie ein mittelalterlicher Bergfried aussieht und von vielen Stellen der Stadt aus zu sehen ist.
Unter dem Berg verläuft übrigens der Burgbergtunnel, 1841 bis 1844 für die Bahn Nürnberg-Bamberg gegraben und gut 306 Meter lang. Er gilt als erster Eisenbahntunnel Bayerns, wer mit dem Zug nach Norden fährt, rauscht einmal hindurch.
10. Siemens Healthineers MedMuseum
Das jüngste Ziel der Liste erklärt, warum Erlangen bis heute eine Stadt der Medizintechnik ist. Das Siemens Healthineers MedMuseum an der Gebbertstraße 1 zeigt Röntgenröhren, Ultraschall und Großgeräte aus über einem Jahrhundert. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei, die Ausstellung ist barrierefrei. Gegenüber hält der Bus an der Haltestelle Zollhaus.
Warum Erlangen so aussieht: Stadtgeschichte in Kürze
Wer in Erlangen Sehenswürdigkeiten besichtigt, ohne die Geschichte zu kennen, wundert sich vielleicht über die schnurgeraden Straßen. Die Erklärung beginnt lange vor dem Barock. Erlangen wird 1002 erstmals urkundlich erwähnt, 1361 kaufte Kaiser Karl IV. den Ort vom Bamberger Bischof, und 1398 erhob König Wenzel ihn zur Stadt. Über Jahrhunderte blieb Erlangen ein Landstädtchen ohne große Bedeutung, im Dreißigjährigen Krieg schwer getroffen.
Die Wende kam mit dem Edikt von Fontainebleau, mit dem Ludwig XIV. 1685 den französischen Protestanten den Schutz entzog. Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth nahm die Flüchtlinge auf, ab dem 17. Mai 1686 trafen sie ein. Für sie entstand südlich der alten Stadt eine komplette Neustadt am Reißbrett, deren Grundriss dem Hofbaumeister Johann Moritz Richter zugeschrieben wird und nach den Proportionen des Goldenen Schnitts angelegt sein soll.
| Jahr | Ereignis | Was du heute davon siehst |
|---|---|---|
| 1002 | erste urkundliche Erwähnung | nichts Sichtbares, aber der Grund für die Feier 2002 |
| 1686 | Ankunft der Hugenotten, Gründung der Neustadt | Hugenottenkirche, Straßenraster der Neustadt |
| 1700 bis 1704 | Bau des Schlosses | Markgrafenschloss am Schlossplatz |
| 1706 | Stadtbrand der Altstadt, Wiederaufbau im Neustadtstil | einheitliche Fassaden rund um den Martin-Luther-Platz |
| 1743 | Gründung der Universität | Schloss als Universitätsverwaltung, Botanischer Garten |
| 1755 | erste Bergkirchweih an den Kellern | Festgelände am Burgberg |
| 1812 | Vereinigung von Alt- und Neustadt | eine Stadt mit zwei Kernen |
| 1974 | über 100.000 Einwohner | Großstadt mit Kleinstadtmaßen |
Als die Altstadt am 14. August 1706 abbrannte, wurde sie nach dem Vorbild der Neustadt wieder aufgebaut. Seitdem bilden beide Teile ein fast einheitliches Bild, und erst 1812 wurden sie auch verwaltungsmäßig zu einer Stadt. Die Universität, 1743 gegründet, und später Siemens prägten die nächsten zwei Jahrhunderte. Heute leben in Erlangen rund 116.000 Menschen, die Stadt ist also groß genug für ein dichtes Kulturangebot und klein genug, um alles zu Fuß zu schaffen.
Das erklärt auch, warum die Top 10 dieser Seite fast alle aus dem frühen 18. Jahrhundert stammen. Schloss, Schlossgarten, Orangerie, Markgrafentheater, Palais Stutterheim und Neustädter Kirche entstanden innerhalb von etwa 40 Jahren. Wenige Städte zeigen eine einzige Epoche so geschlossen.
Museen in Erlangen: was sich wirklich lohnt
Wie viele Museen Erlangen hat, hängt davon ab, was man mitzählt: Neben den drei großen Häusern gibt es Sammlungen der Universität, die oft nur zu bestimmten Zeiten öffnen. Für Besucher sind die folgenden drei Museen am verlässlichsten zugänglich. Welche Museen Erlangen ausmachen, zeigt schon die Mischung: Stadtgeschichte, Gegenwartskunst und Industriegeschichte, also genau die drei Seiten der Stadt.
| Museum | Adresse | Öffnungszeiten | Eintritt |
|---|---|---|---|
| Stadtmuseum Erlangen | Martin-Luther-Platz 9 | Di, Mi, Fr 9 bis 17 Uhr, Do 9 bis 20 Uhr, Sa, So und Feiertage 11 bis 17 Uhr, Mo geschlossen | Do ab 17 Uhr frei, sonst Preise beim Museum |
| Kunstpalais | Marktplatz 1, im Palais Stutterheim | Di bis So 10 bis 18 Uhr, zwischen Ausstellungen zeitweise geschlossen | je nach Ausstellung |
| Siemens Healthineers MedMuseum | Gebbertstraße 1 | Mo bis Fr 10 bis 17 Uhr, Wochenende und Feiertage geschlossen | frei |
Aktuelle Zeiten vorab beim Betreiber prüfen, vor allem an Feiertagen und in den Wochen zwischen zwei Ausstellungen.
Stadtmuseum
Das Stadtmuseum hat seine Wurzeln in einem Museumsverein von 1865 und zog 1964 ins Altstädter Rathaus. Auf rund 1.000 Quadratmetern, davon 650 für die Dauerausstellung, geht es von der Vorgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. Ein Highlight ist die Wächterfigur des Kosbacher Altars aus der Hallstattzeit, um 500 vor Christus. Spannend sind auch die Abteilungen zu den Handwerken der Hugenotten, etwa Strumpfwirkerei, Handschuhmacherei und Teppichweberei. Wechselausstellungen widmen sich oft Fotografie oder Comics, was in einer Stadt mit eigenem Comic-Salon kein Zufall ist.
Kunstpalais
Das Kunstpalais zeigt keine Dauerausstellung, sondern wechselnde Schauen zeitgenössischer Kunst. Das macht jeden Besuch anders, manchmal aber auch schwer planbar. Ein kurzer Blick ins Programm vor der Reise erspart eine geschlossene Tür.
MedMuseum
Auch ohne technisches Vorwissen funktioniert das MedMuseum gut, weil es Geräte in Geschichten über Patienten und Ärzte einbettet. Führungen für Gruppen lassen sich buchen, für Schulklassen und Studierendengruppen sind sie kostenlos. Einziger Haken: am Wochenende ist zu.
Die Sehenswürdigkeiten auf der Karte: Wege und Gehzeiten
Auf einer Karte sieht Erlangens Innenstadt aus wie ein Rechteck mit einem Anhängsel im Norden. Unten liegt der Hauptbahnhof, in der Mitte Schloss, Markt und Schlossgarten, oben die Altstadt, und hinter der Schwabach erhebt sich der Burgberg. Die Gehzeiten in der Tabelle sind gemütlich gerechnet, mit Ampeln und ohne Eile.
| Von | Nach | Gehzeit etwa |
|---|---|---|
| Hauptbahnhof | Hugenottenplatz | 2 Minuten |
| Hugenottenplatz | Schlossplatz | 5 Minuten |
| Schlossplatz | Hugenottenbrunnen im Schlossgarten | 5 Minuten |
| Schlossgarten | Botanischer Garten | 5 Minuten |
| Schlossplatz | Martin-Luther-Platz (Altstadt) | 10 Minuten |
| Martin-Luther-Platz | Bergkirchweih-Gelände am Burgberg | 10 bis 15 Minuten |
| Hauptbahnhof | MedMuseum (Gebbertstraße) | per Bus oder rund 25 Minuten zu Fuß |
Mit diesen Sehenswürdigkeiten Erlangen in der Reihenfolge der Tabelle zu erkunden, spart Wege. Wer lieber eine fertige Route mit Stationen, Längenangaben und Varianten für Regen oder Kinder möchte, findet sie bei den Rundgängen durch Erlangen.
Erlangen an einem Tag: ein Vorschlag
Der Vormittag gehört der Neustadt. Start am Hauptbahnhof gegen 10 Uhr, Hugenottenkirche, dann Schlossplatz und Marktplatz mit Palais Stutterheim. Danach eine Stunde Schlossgarten, mit dem Hugenottenbrunnen als Mittelpunkt und einem Abstecher in die Orangerie, falls offen. Mittags bietet die Hauptstraße genug Auswahl, von der Bäckerei bis zum fränkischen Wirtshaus.
Am frühen Nachmittag geht es in den Botanischen Garten, die Gewächshäuser schließen schon um 15.30 Uhr. Danach Neustädter Kirche und weiter Richtung Altstadt, mit einer Stunde im Stadtmuseum. Den Abschluss bildet der Burgberg, am schönsten am späten Nachmittag, wenn die Sonne flach auf den Skulpturengarten fällt.
So ein Tag ist voll, aber nicht gehetzt. In Erlangen Sehenswürdigkeiten auf diese Weise zu verbinden, heißt auch, zweimal am Schlossplatz vorbeizukommen, einmal am Morgen und einmal am Nachmittag, wenn das Licht auf die Schlossfassade fällt. Gerade dieser zweite Blick zeigt, wie sehr der Platz vom Tageslauf lebt. Wer zwei Tage hat, verlegt das Museum auf den zweiten Tag und ergänzt das MedMuseum oder einen Ausflug in den Tennenloher Forst.
Tipp: Wer am Donnerstag in der Stadt ist, kann das Stadtmuseum auf den Abend legen, dann ist ab 17 Uhr der Eintritt frei.
In Erlangen Sehenswürdigkeiten mit Kindern, bei Regen und im Winter
Nicht jeder Tag ist ein Sommertag im Schlossgarten. Die folgende Übersicht hilft bei der Auswahl je nach Wetter und Begleitung.
| Situation | Gute Wahl | Warum |
|---|---|---|
| Mit Kindern | Skulpturengarten, Schlossgarten, Gewächshäuser | Platz zum Laufen, riesige Figuren, Kakteen und Tropenpflanzen |
| Bei Regen | Stadtmuseum, Kunstpalais, MedMuseum, Gewächshäuser | alles überdacht und in der Innenstadt |
| Im Winter | Museen, Kirchen, Weihnachtsmarkt | Gärten sind kahl, Skulpturengarten je nach Schnee geschlossen |
| Am Wochenende | Stadtmuseum, Gärten, Burgberg | MedMuseum hat Sa und So zu |
| Mit wenig Zeit | Hugenottenplatz, Schlossplatz, Schlossgarten | alles in 30 Minuten ab Bahnhof |
Für Familien lohnt außerdem ein halber Tag im Walderlebniszentrum Tennenlohe im Süden der Stadt. Dort leben Przewalski-Pferde im Tennenloher Forst, der Eintritt ist frei, und der Naturerlebnispfad ist auch außerhalb der Öffnungszeiten begehbar.
Bei Regen lässt sich ein Museumstag gut mit einem Theaterabend im Markgrafentheater verbinden. Wer dagegen Sonne hat, sollte den Burgberg nicht für den Schluss aufheben, wenn die Kraft schon nachlässt, sondern ihn eher in die Mitte des Tages legen.
Weitere Sehenswürdigkeiten außerhalb der Top 10
Die Top 10 decken die Innenstadt ab und passen in einen Tag. Wer länger bleibt oder bestimmte Interessen hat, findet weitere Ziele, die eine Erwähnung verdienen, auch wenn sie nicht in jeden Tagesplan passen.
Herz-Jesu-Kirche. Die katholische Kirche am Katholischen Kirchenplatz, am Nordostrand der Altstadt nahe Schlossgarten und Universitätsgebäuden, entstand in zwei Abschnitten 1849/50 und 1895/96. Ihr Stil ist der Rundbogenstil, eine Münchner Spielart zwischen Klassizismus und Neuromanik. Sie wirkt nach den barocken Neustadtkirchen wie ein bewusster Kontrast.
Altstädter Dreifaltigkeitskirche. Am Martin-Luther-Platz gelegen, mit dem Stadtmuseum direkt gegenüber. Wer die Altstadt besucht, kommt ohnehin vorbei.
Dechsendorfer Weiher. Rund acht Kilometer nordwestlich der Innenstadt liegt der größte Weiher der Stadt, im Sommer Badesee, im Winter bei Frost manchmal Eisfläche. Für Sightseeing ist er kein Pflichtprogramm, für einen heißen Nachmittag aber die beste Ergänzung.
Bierkeller und Brauereigeschichte. Erlangen war einmal eine der großen Bierstädte Bayerns. Die Keller am Burgberg sind außerhalb der Bergkirchweih meist verschlossen, einige Biergärten öffnen aber in der Saison.
Wer übrigens erst einmal Ausschau nach einer Unterkunft in Laufweite hält, wird in der Neustadt und am Burgberg am ehesten fündig, Hinweise nach Stadtteil stehen bei den Unterkünften in Erlangen.
Praktisches für den Besuch
Die Innenstadt ist flach, mit Ausnahme des Burgbergs, dessen Wege zum Teil steil und gepflastert sind. Kinderwagen kommen überall in der Neustadt gut voran, am Burgberg wird es mühsamer. Das MedMuseum ist ausdrücklich barrierefrei, bei den barocken Gebäuden lohnt eine Nachfrage.
Viele Ziele der Top 10 haben keine Öffnungszeiten im engeren Sinn: Plätze, Fassaden und der Schlossgarten sind jederzeit zugänglich, Kirchen meist tagsüber. Feste Zeiten gelten für Museen, Gewächshäuser, den Skulpturengarten und das Theater. Montags ist das Stadtmuseum geschlossen, am Wochenende das MedMuseum, und an Feiertagen lohnt ein Blick auf die Websites. Wer einen Montag in Erlangen verbringt, legt den Schwerpunkt also auf Gärten und Architektur.
Wer mit dem Auto anreist, stellt es am besten in einem der Parkhäuser am Rand der Innenstadt ab und läuft. Für Bahnreisende ist Erlangen ideal: Der ICE hält am Hauptbahnhof, und die erste Sehenswürdigkeit steht direkt vor der Tür. Details zu Zügen, VGN-Tickets und Parkhäusern sammelt die Seite Anreise und Parken.
Eine Bemerkung am Rand: Viele Besucher unterschätzen, wie stark die Universität das Stadtleben prägt. In den Semesterferien wirken Schlossgarten und Hauptstraße spürbar leerer, während der Vorlesungszeit sind die Cafés am Nachmittag oft voll. Für Sightseeing ist der Spätsommer deshalb besonders angenehm, wenn die Tage lang sind und die Stadt etwas durchatmet.
Quellen
Stand: September 2026

